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    <title>a0c9e4062bfd4e8a93d2e3e23c57d322</title>
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    <item>
      <title>Warum muss man sich für Anderssein immer noch rechtfertigen?</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/warum-muss-man-sich-fur-anderssein-immer-noch-rechtfertigen</link>
      <description>Warum muss man sich für Anderssein rechtfertigen? Über Neurodivergenz, psychische Erkrankungen und eine Gesellschaft, in der niemand normal sein muss.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/533a2c5914c84e5ebf86d4b21ab1f83d/dms3rep/multi/bunt.png"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mir laufen immer wieder Artikel und Posts über den Weg, in denen um mehr Verständnis und mehr Achtsamkeit im Umgang mit psychischen Erkrankungen und Neurodivergenz gebeten wird. Es ist traurig, dass das überhaupt noch sein muss, und sagt viel über unsere Gesellschaft aus.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nach wie vor werden physische Krankheiten weitaus ernster genommen als Dinge, die nicht sichtbar im Gehirn stattfinden. Sich krankschreiben lassen, wenn man das Bein gebrochen hat – kein Problem. Auch eine Grippe ist ein guter Grund. Aufgrund von Depressionen oder Burnout nicht mehr arbeiten zu können, wird immer noch belächelt oder sogar abgewertet. Derjenige solle sich mal nicht so anstellen, ein paar Spaziergänge und positives Denken hätten noch niemandem geschadet. Und überhaupt wähle derjenige ja seinen Zustand selbst, weil es so schön bequem ist und sowieso eine gute Ausrede.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Letzteres kommt momentan vermehrt auch beim Thema Neurodivergenz vor. Da wird von „Alle haben auf einmal ADHS“ geredet und davon, dass die Menschen sich nur auf ihren Diagnosen ausruhen würden, anstatt endlich mal ihr Leben in den Griff zu bekommen. Gut, es gibt sicher auch einige Menschen, die sich nach der Diagnose hinstellen und meinen, nun müssten sie keine Verantwortung mehr für ihr Handeln übernehmen. Aber nach dem, was ich so an Erfahrungsberichten lese, sieht es ganz anders aus.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine Diagnose erklärt zunächst einmal, warum bestimmte Dinge anders oder schwieriger funktionieren – und genau diese Erklärung ist Voraussetzung dafür, überhaupt sinnvoll etwas verändern zu können.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Menschen, die erst spät diagnostiziert werden, sei es nun mit ADHS oder Autismus oder beidem, sind in erster Linie erleichtert, dass es nun eine Erklärung für ihr Innenleben gibt. Dann kommen große Fragezeichen, was man nun damit anstellen kann. Oft dauert es lange, bis sie wirklich adäquate Hilfe bekommen. Die richtige Therapie zu finden und dann auch noch einen Platz zu bekommen, ist alles andere als leicht. Denn selbst bei Therapeuten ist Neurodivergenz noch nicht wirklich angekommen. Dass es ADHS und Autismus gibt, ja. Dass diese Diagnosen aber nicht heißen, dass der Mensch nun möglichst weit in die „normale“ Richtung gebracht werden muss, nicht wirklich. Zum Glück gibt es inzwischen immer mehr Menschen, die gerade damit arbeiten. Allerdings sind Therapieplätze noch rar, und so steht ein Mensch mit Diagnose erst einmal hilflos da.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei Artikeln oder Kommentaren, die gegen den „Neurodivergenz-Trend“ wettern, wird auch gern übersehen, welchen Leidensweg diese Menschen oft schon hinter sich haben. Ihr Leben lang haben sie sich falsch gefühlt, nicht zugehörig und immer wieder missverstanden. Oft wurden sie sogar falsch diagnostiziert. Nicht wenige Frauen bekamen mitunter die Diagnose Borderline-Störung, obwohl eigentlich ADHS, Autismus oder beides dahintersteckte. Depressionen und Ängste waren und sind nicht selten Begleiter neurodivergenter Menschen, einfach weil vieles nicht zuzuordnen war. Weder von außen noch von innen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dass diese entstanden sind, weil die „Grundbausteine“, nämlich die andere Funktionsweise des Gehirns, schon völlig missverstanden wurden, ist vielen nicht klar. Dass Depressionen und Ängste oft Komorbiditäten von Neurodivergenz sind, habe ich in meinem Artikel „Wenn das Nervensystem nicht mehr mitspielt“ näher beleuchtet.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unsere Gesellschaft hält sich oft für tolerant, für gebildet und weit entwickelt. Aber in vielerlei Hinsicht scheinen wir immer noch im Mittelalter zu leben. Wer würde auf die Idee kommen, zu einem Brillenträger zu sagen: „Nun streng dich mal ein bisschen an beim Sehen, du musst es nur wollen!“? Wer würde zu jemandem im Rollstuhl sagen: „Du willst diesen Zustand doch, sonst würdest du ja aufstehen!“? Ich denke, wahrscheinlich niemand. Immerhin das haben wir schon erreicht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber warum klappt es nicht, dass Menschen psychische Schwierigkeiten genauso ernst nehmen? Das frage ich mich immer wieder. Weil sie nicht sichtbar sind? So wenig greifbar? Weil man sich nicht in andere hineindenken oder hineinfühlen kann oder will? Weil es zu abstrakt ist, man es sich nicht vorstellen kann? Oder weil man nicht mit seinen eigenen Schwächen in Berührung kommen will?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die wirklich bunt ist. Nicht im Sinne von Regenbogenflaggen, sondern im Sinne von der „Normalität“, dass keiner normal sein muss. Dass alle unterschiedlich sind, dass Gehirne anders funktionieren, sexuelle Vorlieben anders sind, Hautfarben und Kulturen unterschiedlich sind und alle den gleichen Raum, die gleiche Selbstverständlichkeit haben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           &amp;#55357;&amp;#56359; Ich habe dazu ein Lied geschrieben. Es heißt „No Apologies“ – keine Entschuldigung dafür, anders zu sein. Wer Lust hat, darf gern reinhören.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=3AgCnAuMkmg" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           https://www.youtube.com/watch?v=3AgCnAuMkmg
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Fri, 14 Aug 2026 11:54:13 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/warum-muss-man-sich-fur-anderssein-immer-noch-rechtfertigen</guid>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Mein Worst-Case-Gehirn heißt Brunhilde</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/brunhilde</link>
      <description>Ein neurodivergentes Nervensystem gerät schneller in Alarm. Warum meine innere Wikingerin Brunhilde manchmal die Kontrolle übernimmt.</description>
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn das Nervensystem Alarm schlägt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/533a2c5914c84e5ebf86d4b21ab1f83d/dms3rep/multi/Brundhilde.png"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein neurodivergentes Nervensystem läuft schneller mal aus dem Ruder. Wie ich in meinem letzten Artikel schon beschrieben habe, entwickeln neurodivergente Menschen deutlich häufiger Ängste oder Depressionen. Das liegt unter anderem daran, dass das Nervensystem schneller überlastet ist. Die Gründe dafür liegen natürlich in der Veranlagung. Was für den einen Stress bedeutet, kann für den anderen völlig entspannt sein. Jeder hat so seine eigenen Themen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein größtes Thema ist die Gesundheit meiner Tiere. Ich habe zwei Kater und eine kleine Hündin, und sie sind für mich meine kleine Familie. Sie geben mir Halt, Routine, Liebe und Freude – etwas, das für mich einen Rahmen schafft, in dem ich mich wohlfühle.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Durch meine autistischen Anteile gerät dieses sichere Netz allerdings schnell ins Wanken, wenn es einem meiner Tiere nicht gut geht. Ich hatte in meinem Leben schon einige Tiere und leider auch etliche wirklich traurige Erfahrungen machen müssen. Dadurch hat mein Worst-Case-Gehirn – ich nenne es
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Brunhilde
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            – ordentlich Futter für alle möglichen Katastrophenszenarien.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Brunhilde steht also schnell mal mit der Axt im Raum und ruft den Ausnahmezustand aus, wenn etwas nicht ganz so läuft, wie es sollte. Oft ist sie übertrieben unterwegs, manchmal aber auch begründet. Natürlich enden ausnahmslos alle Vorhersagen von Brunhilde mit dem Tod. Dabei hat sie schon oft daneben gelegen, trotzdem meint sie immer noch, es besser zu wissen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Brunhilde ist nicht jemand, der gemütlich durch das Gehirn spaziert und ab und an mal einen Gedanken einwirft. Nein, sie fordert Dauerpräsenz mit allen vegetativen Erscheinungen, die dafür wichtig sind: Herzrasen, Unruhe, sich nicht lange auf etwas konzentrieren können, Darmperistaltik, Übelkeit, Schweißausbrüche usw. Alles, was die Natur uns mitgegeben hat, damit wir bei einer Begegnung mit einem Tiger überleben. Nur dass es heutzutage selten um einen Tiger geht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vor ungefähr einem Monat hatte mein Kater eine Blasenentzündung, die nach der Behandlung zunächst wieder gut zu sein schien. Nach zwei Wochen fing es jedoch wieder an – diesmal mit einem Gang zum Katzenklo im Minutentakt und Blut im Urin. Natürlich wie immer am Abend, also war ein teurer Notfalltierarzt angesagt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nun standen Steine, Kristalle und Struvit im Raum, zudem die Gefahr eines Harnverhalts, der innerhalb weniger Stunden behandelt werden müsste. Der angesetzte Ultraschall sollte allerdings erst sechs Tage später stattfinden. Hieß also: warten und beobachten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die absolute Hölle für Brunhilde.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ungewissheit, Gedankenschleifen ohne Ende, ungelöste Krankheitszeichen und ein Kater, der zwar nicht mehr ständig aufs Katzenklo rannte, aber trotzdem nicht ganz er selbst war. Nervensystemalarm hoch zehn. Kontrollmodus hoch hundert. Daneben musste ich noch versuchen, Berufs- und Privatleben irgendwie aufrechtzuerhalten. Was sich manchmal als unlösbar gestaltet, denn wenn man auf der Flucht vor einem Tiger ist, denkt man nicht darüber nach, was man einkaufen will. Meine Nahrungsaufnahme gestaltet sich daher auch sehr einseitig zurzeit.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Ultraschall gab immerhin Entwarnung in Sachen Steine oder Tumor. Es war allerdings etwas zu sehen, weshalb nun eine Urinprobe zur weiteren Abklärung benötigt wurde.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Also weiter. Katzenklo präparieren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Um es meinem Kater möglichst leicht zu machen, legte ich zunächst nur ein paar vertraute Holzpellets hinein. Trennen konnte ich die beiden Kater nicht, das hätte für beide nur zusätzlichen Stress bedeutet. Also hieß es wieder: beobachten. Diesmal nicht mehr:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie oft geht er aufs Klo?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sondern: Geht er überhaupt? Und war er das überhaupt oder doch der andere Kater?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zwei Tage passierte nichts.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zwei Tage, in denen ich schon wieder im Kontrollmodus gefangen war.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dem Kater war das herzlich egal. Er ging nachts aufs Katzenklo oder genau dann, wenn ich nicht zu Hause war. Anschließend konnte ich natürlich nicht mehr sagen, von wem der Urin eigentlich war.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nach zwei Tagen griff ich dann doch zu dem Spezialstreu, das der Tierarzt mitgegeben hatte. Eigentlich wollte ich meinem Kater ersparen, dass nun auch noch sein Katzenklo ungewohnt war. Aber langsam musste etwas passieren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Abends füllte ich also das Streu ein. Er stand daneben und beobachtete alles ganz genau. Danach ging er einmal hinein, schaute sich alles an und kam wieder heraus.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Brunhilde tippelte nervös mit dem Fuß.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und dann ging er tatsächlich noch einmal hinein, scharrte wie verrückt – und da war sie endlich:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           die Urinprobe.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Nachhinein dachte ich mir natürlich, dass ich den Spezialsand auch gleich hätte verwenden können. Aber hinterher ist man ja immer schlauer.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nun also fünf Tage warten auf das Ergebnis, weil das Wochenende dazwischen lag.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Befund lag dann endlich beim Tierarzt. Auf den Rückruf zu warten, um darüber zu sprechen, gestaltete sich eher schwierig. Warten … einer der schlimmsten Zustände. Auf den Zug zu warten, geht noch. Auf Untersuchungsergebnisse zu warten, ist einfach Mist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Kater hatte inzwischen zusätzlich einen Ausschlag am Bauch, vermutlich durch das Rasieren für den Ultraschall und das Gel. Und er ging schon wieder fünfmal hintereinander aufs Katzenklo.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zwei Stunden später dann das Ergebnis: Wieder viele Bakterien in der Blase, zudem Struvit, wobei nicht ganz sicher war, ob dieser durch die Blasenentzündung entstanden oder grundsätzlich schon vorhanden war. Ich also noch einmal den Kater eingepackt, zum Tierarzt gefahren, ein Antibiotikum spritzen und den Bauch anschauen lassen sowie das weitere Vorgehen besprochen. Es könnte unter Umständen eine lange Reise werden, weil der Tierarzt auf eine Stressblase tippt, die dann Bakterien anzieht. Und Stress bei einer Katze kann durch die absurdesten Dinge ausgelöst werden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In den letzten Tagen hatte Brunhilde den Helm zwischendurch mal abgesetzt. Nun trägt sie ihn vorsorglich wieder. Irgendwie muss ich ihr nun klarmachen, dass es eine längere Geschichte werden könnte und ich nicht die ganze Zeit mit einem angegriffenen Nervensystem herumlaufen kann. Aber redet mal mit einer resoluten Wikingerin mit Axt in der Hand.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Brunhilde ist irgendwann in meiner Kindheit entstanden. Als Alarmsystem. Als Funktion, die in Krisen die Kontrolle übernimmt. Ihr Bestreben ist es, die Kontrolle zu behalten, weil sich Kontrollverlust lebensgefährlich anfühlt – besonders bei meinen autistischen Anteilen. Ihr ist nur leider nicht ganz klar, dass ein dauerhaft aufgedrehtes Nervensystem ebenfalls alles andere als gesund ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Momentan versuche ich deshalb, Kompromisse mit ihr einzugehen. Ich fahre mein Nervensystem zwischendurch immer wieder so gut es geht herunter und versuche, mir das Zepter nicht vollständig aus der Hand nehmen zu lassen. Das gelingt mal besser und mal schlechter.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was meinem System auf jeden Fall hilft, ist das Externalisieren dieses übertriebenen Kontrollmechanismus.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Externalisieren bedeutet, einem inneren Anteil einen Namen, eine Gestalt oder ein anderes Bild zu geben, sodass man ihn besser von außen betrachten kann. (Es hat nichts mit einer Persönlichkeitsabspaltung zu tun.)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Stück weit hilft mir das tatsächlich. Manchmal stehe ich aber auch einfach hilflos daneben und sehe dabei zu, wie Brunhilde wieder völlig übertrieben Dinge tut.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich werde weiter mit ihr arbeiten und hoffe, dass wir irgendwann einen Kompromiss finden, mit dem wir beide leben können.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ganz verschwinden wird Brunhilde vermutlich nie.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber vielleicht legt sie die Axt irgendwann einmal zur Seite.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           TAKEAWAY
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           &amp;#55357;&amp;#56359;
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Ein überaktives Nervensystem ist kein Zeichen von Schwäche. Es versucht, uns zu schützen – manchmal nur etwas zu gründlich. Der erste Schritt ist oft nicht, es zu bekämpfen, sondern zu verstehen.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 15 Jul 2026 12:16:01 GMT</pubDate>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/533a2c5914c84e5ebf86d4b21ab1f83d/dms3rep/multi/Brundhilde.png">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Wenn das Nervensystem nicht mehr mitspielt.</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/wenn-das-nervensystem-nicht-mehr-mitspielt</link>
      <description>Warum neurodivergente Menschen häufiger mit Angst und Depression kämpfen: über Dauerstress, Wahrnehmung, Körpersignale und ein Nervensystem im Ausnahmezustand.</description>
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h2&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Warum neurodivergente Menschen häufiger mit Angst und Depression kämpfen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h2&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/533a2c5914c84e5ebf86d4b21ab1f83d/dms3rep/multi/nervensystem.png"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn du jahrelang das Gefühl hast, falsch zu sein, sind Angst oder Depression keine Überraschung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dies liegt weniger daran, dass neurodivergente Menschen automatisch ängstlicher oder depressiver sind, als daran, dass sie häufig über Jahre oder sogar Jahrzehnte ihr eigenes System übergangen haben und in einer Welt leben, die für sie nicht gemacht scheint.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir leben in einer neurotypischen Welt und Menschen, deren Gehirn anders verknüpft ist, werden oft in ihrer Art der Wahrnehmung, Verarbeitung und Regulation ignoriert und abgewertet. Dazu kommen häufig das Unwissen über die eigene Neurodivergenz und die ständigen Vergleiche mit neurotypischen Menschen, die es doch auch alles können. So verdreht man sich, hält noch ein bisschen länger durch, überspielt Unsicherheiten und Ängste und trampelt auf dem eigenen Nervensystem herum, weil es gefälligst zu funktionieren hat und man nicht schwach dastehen will.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Daraus entstehen Dauerstress, Masking, Erschöpfung, Scham und soziale Unsicherheit. Und zur Krönung macht man sich dann zusätzlich gern noch selbst fertig.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Depressive Symptome und Ängste sind da schon fast vorprogrammiert.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei Autismus zeigen Meta-Analysen und große Übersichten erhöhte Raten für Angst und Depression. Etwa jeder vierte autistische Erwachsene leidet derzeit an einer Angststörung und/oder einer Depression.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In der Allgemeinbevölkerung liegen die Prozentzahlen für eine Angststörung bei 4,4 % und für eine Depression bei 5,7 %. Damit ist die Wahrscheinlichkeit für autistische Menschen, eine Angststörung zu entwickeln, etwa 6-fach erhöht und die einer Depression etwa 4-fach.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei ADHS sieht es ähnlich aus: Eine Angststörung tritt bei 25–50 % der Erwachsenen auf und Depressionen bei 18,6–53,3 %. Die Zahlen liegen so weit auseinander, da sie studienabhängig sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Noch nicht mitgezählt sind andere psychische Begleiterkrankungen, die mit Zahlen zwischen 50 und 80 % nicht unerheblich sind. Gemeint sind hier z. B. Persönlichkeitsstörungen, Substanzgebrauchsstörungen, bipolare Störungen und Zwangsstörungen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kommen ADHS und Autismus zusammen, kann das Risiko noch einmal steigen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diese Zahlen bedeuten nicht, dass Neurodivergenz automatisch krank macht. Sie zeigen aber, dass das Risiko für psychische Belastungen deutlich erhöht ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Überraschung: Wenn Menschen jahrelang gegen ihre eigene Wahrnehmung leben müssen, bleibt das Nervensystem nicht im Wellnessmodus.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Einen nicht geringen Anteil an der Ausbildung von Ängsten hat die Detailwahrnehmung. Manche neurodivergente Menschen nehmen nicht nur die Außenwelt intensiver wahr, sondern auch den eigenen Körper. Veränderungen und Abweichungen werden sofort registriert. Dabei ist nicht nur entscheidend, dass viele Signale wahrgenommen werden, sondern auch, wie gut sie gefiltert und eingeordnet werden können: Was ist wichtig? Was ist harmlos? Was muss ich beachten?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn es z. B. sehr warm ist, sehr hell und man vielleicht noch ein Auto steuern muss, kommen schon mehrere Außenreize zusammen. Klopft dann auf einmal das Herz etwas schneller oder die Atmung wird anders, registriert das Gehirn dies sehr schnell und versucht es einzuordnen. Nun neigen einige neurodivergente Menschen zu Worst-Case-Szenarien und bevor man sich versieht, sieht man sich schon mit einem Ohnmachtsanfall in der Leitplanke. Was natürlich zusätzlich den Stress im Körper erhöht, für mehr Herzklopfen und schnellere Atmung sorgt und voilà, eine Panikattacke lässt grüßen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich habe meinem übereifrigen Worst-Case-Anteil nun einen Namen gegeben. Sie heißt Brunhilde. Und Brunhilde ist die Wikingerin, die gleich in die Verteidigung springt, die schlimmsten Dinge voraussieht und anfängt, ihre Axt gegen alle möglichen Gegner zu schwingen. Leider sitzen die Gegner im Kopf.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Andere neurodivergente Menschen erleben eher das Gegenteil. Sie bemerken innere Zustände nur schwer oder sehr spät. So wird dann gern Essen oder Trinken vergessen oder der innere Stress bei Situationen übersehen, die eigentlich zu viel sind. So kann sich die Erschöpfung immer mehr ausbreiten und wenn sie wahrgenommen wird, ist der Akku schon so gut wie leer.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Tatsache ist, dass die Dunkelziffern bei Neurodivergenz und ihren Komorbiditäten um einiges höher sein dürften. Gut ist, dass es immer mehr Diagnosen gibt und Neurodivergenz ein immer umfangreicheres Thema wird. Schade, dass vieles inzwischen als Modediagnose abgetan wird. Aber ich habe Hoffnung, dass es mit den Jahren immer mehr Erkenntnisse und auch Verständnis geben wird. Und vielleicht wird die Welt irgendwann weniger neurotypisch und mehr neurodivers.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich glaube, Brunhilde würde sich freuen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           TAKEAWAY &amp;#55357;&amp;#56359;
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Neurodivergenz macht nicht automatisch krank — aber ein Leben gegen die eigene Wahrnehmung kann das Nervensystem auf Dauer ziemlich zuverlässig in den Ausnahmezustand bringen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Quellen: Hollocks et al. 2019 zu Angst und Depression bei autistischen Erwachsenen; Katzman et al. 2017 zu ADHS und psychischen Begleiterkrankungen; WHO-Fact-Sheets zu Angststörungen und Depression in der Allgemeinbevölkerung.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 28 Jun 2026 20:48:17 GMT</pubDate>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Vom roten Auto zu Hundekotbeuteln - eine Reise in mein Gehirn</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/eine-reise-in-mein-gehirn</link>
      <description>Warum neurodivergente Gehirne oft eher wie verzweigte Wege als wie gerade Autobahnen funktionieren – vom roten Auto bis zu verschwundenen Hundekotbeuteln.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/533a2c5914c84e5ebf86d4b21ab1f83d/dms3rep/multi/labyrinth.png"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, jede Woche einen Blogartikel zu schreiben. Aber mein Gehirn hat gerne mal andere Pläne.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da gibt es die verlockenden Dinge, die plötzlich um die Ecke kommen und natürlich unbedingt bearbeitet werden müssen. Eine Stunde Aufschub? Um Himmels Willen! Da ruft eine neue Idee, etwas, das erschaffen werden will. Oder ich wollte noch unbedingt nach irgendwas im Internet suchen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Man kann sich ein neurodivergentes Gehirn wie einen Baum mit vielen verzweigten Ästen vorstellen. Man fängt irgendwo an zu denken, nur ein kleiner Gedanke, zum Beispiel: Das Auto ist rot. Dann geht der Gedanke weiter zu: Es gibt gar nicht mehr so viele rote Autos. Warum eigentlich? Vielleicht überlegt man dann, dass vieles uniformer geworden ist, dass die Autos früher viel bunter waren. Und verfolgt es weiter zu der Frage, warum das eigentlich so ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Von „uniformer“ gelangt man zu: Wie sind eigentlich die Jugendlichen heutzutage drauf, die sehen eigentlich auch alle irgendwie gleich aus. Jugendliche also. Dann geht es weiter über das Verhalten von Jugendlichen zur Erziehung der Eltern. Haben die Eltern so uniform erzogen oder waren sie so bunt, dass die Jugendlichen aus Rebellion uniform geworden sind?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zack, ist man bei den Erwachsenen im Allgemeinen angekommen. Bei den Erwachsenen wird es dann gern mal politisch, bei mir in meinem Labyrinth zumindest. Von Politik vielleicht zur Philosophie, mit Umwegen über die Psychologie.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und alles hat mit einem roten Auto angefangen. Diese Gedanken habe ich übrigens in einem Rutsch während der Autofahrt von mir gegeben. Sie sind nur nachträglich in ein etwas besseres Deutsch überführt worden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Hirn ist selten eine Autobahn, es gleicht eben eher einem Baum, dessen Äste man bis zum kleinsten Blatt verfolgt. Und auf einmal sitzt man weit entfernt vom Stamm, wo es eigentlich um ein rotes Auto ging.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Genauso ist es mit den Dingen, die man sich vornimmt. Ich habe mir also vorgenommen, einen Blogartikel pro Woche zu schreiben. Und dann poppt irgendwo etwas auf, eine Textzeile, die mir plötzlich in den Kopf kommt. Und ich denke: Oh geil, da könnte ich ein Lied draus machen. Und dann fange ich erst mal an, dieses zu schreiben. Und wenn ich einen Text stehen habe, möchte ich natürlich auch Musik dazu.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dann fange ich an, die Musik dazu zu machen. Und wenn ich die Musik habe, dann will ich natürlich auch Bilder dazu haben. Und dann fange ich an, Bilder zu machen. Viele Szenen, Worte, Bilder, die oft mit Gefühl verbunden sind. Gefühl und die Erwartung, etwas Schönes zu erschaffen, sind einfach das größere Dopaminversprechen. Und drei Tage später fällt mir dann ein, dass ich eigentlich einen Blogartikel schreiben wollte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So passiert es natürlich auch bei kleinen Alltagsdingen: „Ich muss nachher unbedingt den Brief mitnehmen.“ Diesen stellt man sich dann auch schon so hin, dass man ihn sieht. Dadurch, dass man dann aber schon mehrmals am Tag an dem Brief vorbeiläuft, verschwindet er optisch und integriert sich in den Rest des Flures. Und wenn man dann losgehen will, natürlich wie immer in Gedanken, lässt man den Brief natürlich liegen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vor ein paar Tagen habe ich mir Hundekotbeutel gekauft – meint ihr, ich weiß, wo sie geblieben sind? Ich kann mich an den Kauf erinnern und daran, sie mit ins Auto genommen zu haben, und dann wird es dunkel. Wahrscheinlich, weil ich in Gedanken bei roten Autos war. Oder irgendwo zwischen Stamm und Blatt. Ich bin gespannt, wo sie wieder auftauchen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und nun bin ich von einem geplanten Blogartikel bei Hundekotbeuteln gelandet, so funktioniert mein Gehirn.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           TAKEAWAY
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           &amp;#55357;&amp;#56359;
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Neurodivergente Gehirne funktionieren meist eher wie ein verzweigter Baum und weniger wie eine Autobahn.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Fri, 22 May 2026 17:50:34 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/eine-reise-in-mein-gehirn</guid>
      <g-custom:tags type="string">ADHS,AuDHD,Neurodivergenz,Psychologie,Autismus-Spektrum</g-custom:tags>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Die Stärken der Neurodivergenz</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/starken-der-neurodivergenz</link>
      <description>Neurodivergenz bringt nicht nur Herausforderungen mit sich, sondern auch besondere Stärken wie Kreativität, Mustererkennung, Tiefgang und intensiven Fokus.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/533a2c5914c84e5ebf86d4b21ab1f83d/dms3rep/multi/st%C3%A4rkenkl.png"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es wird viel über die Schwierigkeiten mit Neurodivergenz gesprochen. Dinge, die nicht gut funktionieren und einem das Leben erschweren. Das stimmt alles. Aber es ist nur die halbe Geschichte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Neurodivergenz bringt viele tolle Fähigkeiten mit. Natürlich sind sie, wie auch die Schwierigkeiten, bei jedem unterschiedlich ausgeprägt. Aber ich möchte hier ein paar Beispiele nennen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Tiefgang
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Neurodivergente Menschen denken Dinge oft zu Ende – und ja, auch häufig darüber hinaus, dies wird dann Overthinking genannt. Aber bleiben wir beim Positiven: Oberflächlichkeit gibt es in der Neurodivergenz eher selten, viele lehnen sie sogar ab oder sind gar nicht in der Lage, oberflächlich zu kommunizieren. Alles wird durchdacht, ergründet, von allen Seiten betrachtet und einige Aspekte aufgedeckt, an die ein neurotypischer Mensch oft gar nicht denken würde. Nichts wird mal eben abgehakt, der Haken kommt erst dran, wenn die Schleife im Kopf zu einem Abschluss kommt. Klingt anstrengend, ist es manchmal auch, aber dafür ist es auch wesentlich detailreicher und interessanter. Wo Neurotypische oft nur einen oder vielleicht auch drei Möglichkeiten sehen, verzweigen sich die Möglichkeiten bei einem Neurodivergenten in diverse Zweige.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Mustererkennung
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Zusammenhänge, Zwischentöne, Widersprüche – sie werden oft schneller und klarer erkannt. Hier kommt es natürlich wieder auf die Veranlagung an, für manche sind Zwischentöne sehr schwierig zu lesen. Aber Menschen mit hoher Mustererkennung sind oft in der Lage, sowohl viele Details als auch das große Ganze gleichzeitig im Blick zu behalten. Bullshittexte werden sehr schnell als solche erkannt, Authentizität beim Gegenüber gescannt und Widersprüche aufgedeckt, wenn die Körpersprache nicht zum Gesagten passt. Manche nehmen es nur wahr und sind irritiert, weil irgendetwas nicht passt, andere können zuordnen, wo es gerade hakt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Fokus
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Hier kommt der berüchtigte Hyperfokus. Es ist kein normales Fokussieren mehr, es ist ein Eintauchen in die Materie und alles andere drumherum mehr oder weniger vergessen. Der Fokus ist extrem präzise, ausdauernd und kompromisslos. Uhrzeiten spielen keine Rolle mehr, Müdigkeit auch kaum noch. Nachts an einem geliebten Thema herumfeilen? Kein Problem! Tagsüber, wenn man fit ist, ein wichtiges Schreiben aufsetzen? Ähm, eher nicht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Fokus ist selektiv – darin liegt sein einziges Problem. Ansonsten ist dieser Zustand sehr effizient.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Kreativität
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Natürlich sind nicht nur Neurodivergente kreativ, ich wage aber mal zu behaupten, dass viele kreative Menschen neurodivergent sind. Da der Blick auf die Dinge oft anders ist, kommen besonders ausgefallene Sachen dabei raus. Hier sind wir wieder bei dem verzweigten Weg mit den diversen Möglichkeiten. Oft bleibt es nicht zum Beispiel nur beim Malen, sondern es werden viele andere Sachen ausprobiert. Nicht immer nachhaltig, sondern oft eher episodisch. Mal brennt man für etwas, dann erlischt die Flamme wieder und etwas Neues darf kommen. Mal werden Dinge miteinander kombiniert, die auf den ersten Blick ungewohnt wirken.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich glaube, Erfindungen kommen auch eher aus der neurodivergenten Ecke.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Ehrlichkeit
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Gerade neurodivergente Menschen sind nicht so die Fans von Lügen. Das hat weniger moralische Aspekte, als dass für manche Lügen sinnfrei sind und dazu noch schwer zu durchblicken. Wozu lügen, wenn man auch die Wahrheit sagen kann? Das wird nicht selten unbequem für das Gegenüber, denn manchmal möchte man dann doch lieber eine Schmeichelei hören als die Wahrheit. Aber mehr Wahrheit würde meines Erachtens nach den Umgang zwischen Menschen deutlich klarer machen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Krisenmodus
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Hier wird es spannend, denn auf der einen Seite kippt ein neurodivergentes System schnell mal, wenn etwas nicht seinen gewohnten Gang geht. Aber auf der anderen Seite bleiben das Logiksystem, die Detailwahrnehmung und die Mustererkennung trotzdem aktiv – man kann sie ja nicht abstellen. Das heißt, dass das Nervensystem vielleicht schon Alarm schlägt und überreagiert, der Kopf aber immer noch alles analysiert. Emotionen und Denken können durchaus getrennt verlaufen. Während man also heulend in der Ecke sitzt, präsentiert der Kopf einem auf einmal die Lösung. Auch diese Fähigkeit hat natürlich nicht jeder, aber es gibt sie.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Also ja, Neurodivergenz ist nicht immer einfach, für manche mehr, für andere weniger. Aber ist es nicht viel schöner, auch mal zu gucken, wo eigentlich die Stärken sitzen? Ich finde meinen Kopf klasse, so wie er ist. Mir wäre erheblich langweiliger ohne die ganzen verzweigten Wege in ihm. Und klar, auf manches könnte ich auch gut verzichten, aber am Ende sind es wohl einfach zwei Seiten derselben Medaille.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           TAKEAWAY &amp;#55357;&amp;#56359;
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Neurodivergenz ist nicht nur schwierig, sie ist auch unglaublich bereichernd.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 06 May 2026 15:38:52 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/starken-der-neurodivergenz</guid>
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      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Schrödingers Paket</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/schrodingers-paket</link>
      <description>Ein mysteriöses Paket von Amazon sorgt für Spannung, Spekulationen und einen unerwarteten Aha-Moment über Dopamin: Warum uns die Erwartung oft mehr kickt als die eigentliche Belohnung.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
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&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vorletzte Woche hatte ich per Mail eine Nachricht von DHL erhalten, dass eine Sendung von Amazon auf der Reise zu mir ist. Ich war irritiert, denn bestellt hatte ich nichts. Mehrfach bin ich in die Amazon-App rein, um zu gucken, ob ich irgendetwas übersehen hatte. Nichts. Auch Nachfragen bei allen, die auf die Idee kommen könnten, mir etwas zu schicken, führten zu keinem Ergebnis.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es sollte laut E-Mail noch drei Tage dauern, bis es da ist. Na, das war ja was für mich – Geduld. Oh Mann. Neugier, Gedanken kreisten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Am Samstag war es dann endlich so weit und es sollte kommen. Die Live-Verfolgung von DHL immer im Auge, saß ich nervös auf meiner Couch. Kam die Sendung noch, bevor ich die Wohnung verlassen musste? Schafften sie es rechtzeitig? Irgendwann beschloss ich, den Fahrer abzufangen, weil ich los musste. Witzigerweise tauchte er genau zu diesem Zeitpunkt auf.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dann hatte ich das Paket in den Händen: Es war nicht sehr groß und vor allen Dingen war es leicht. So leicht, dass es auch leer sein könnte. Es sah ramponiert aus, als habe es schon eine halbe Weltreise hinter sich. An der Seite ein Loch, überklebt mit Klebeband von Amazon. Der Absender war: Amazon Retoure in der Amazonstraße. Amazonstraße?? Ernsthaft?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich war aufgeregt, alles konnte in diesem Paket sein. Naja, alles, das relativ klein ist und fast nichts wiegt. Ein Goldbarren in anschaulicher Größe fiel also raus. Mit ChatGPT hatte ich schon in den Tagen davor Überlegungen angestellt, was der Inhalt sein könnte. Er meinte, ab und an schicken manche Amazon-Verkäufer einfach Dinge raus, als Werbung oder Ähnliches. Unnütze, billige Dinge wie eine Silikon-Knoblauchpresse – ChatGPTs heißester Tipp. (Die fiel aufgrund des Gewichts schon raus.) Oder ein Paket war eine Retoure und wurde versehentlich woanders hingeschickt. Alles war möglich.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So mutierte dieses Paket in meiner Hand zu Schrödingers Paket. In diesem Moment war jede Variante denkbar, die in etwa auf die äußeren Bedingungen passte. Es konnte teuren Schmuck enthalten oder auch billigen, vielleicht war nur ein Gummiring drin, ein Ersatzteil für irgendwas, ein Nupsi für Schrankregale. Oder vielleicht war auch nichts drin, nur Papier, ein fast leeres Ding, das die Welt bereiste.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich wollte es nicht wissen, noch nicht jetzt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Gehirn schüttete Dopamin aus und ich wurde immer aufgeregter. Ein Paket voller Möglichkeiten – wie spannend. Ein Rätsel, das sich leicht lösen ließ, aber so lange ein Rätsel blieb, bis ich zur Schere greifen würde.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich legte das Paket auf meinen Beifahrersitz und fuhr zu meinem Freund. 25 Minuten, in denen ich es neben mir fühlte, in denen mein Herz etwas schneller schlug und ich mir Verschiedenes ausmalte. 25 Minuten, die ich noch um weitere 20 Minuten ausdehnte, indem ich es auf dem Tisch liegen ließ und erst einmal Kaffee trank. Diesen Zustand genoss ich zwischen Rätsel und Auflösung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und auf einmal begriff ich, was Dopamin eigentlich im Körper anstellt. Ich hatte ja schon darüber geschrieben und es auch schon erlebt, aber dieses Erlebnis war der pure Aha-Effekt. Dopamin ist Erwartung, Dopamin ist Spannung, Dopamin ist alles, was noch nicht fertig, was noch nicht aufgelöst ist. Dopamin ist nicht Glück, nicht die Belohnung danach – Dopamin ist der Weg dorthin. Ohne Dopamin kein Antrieb, ohne Dopamin keine Aufregung. Dopamin ist: „Bleib dran, es könnte sich lohnen!“ 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist das, was beim Glücksspiel greift, wenn die Kugel noch rollt oder man eine Karte zieht. Serien-Cliffhanger funktionieren über Dopamin, Social Media funktioniert so. Es ist nie die Befriedigung, es ist das „Wollen“. Es ist nicht die Belohnung, sondern das, was dich auf sie hinzieht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und wenn etwas eintrifft, das man sich erhofft hat oder sogar noch die Hoffnung übersteigt, dann feuern die Synapsen noch einmal richtig, dann wird der Körper kurz geflutet mit einer vollen Ladung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dann – dann fällt es ab. Ziel erreicht, kein Grund mehr, in Bewegung zu bleiben. Tschüss, Dopamin.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das wusste ich, und darum blieb das Paket noch liegen. Noch ein bisschen länger. Und noch ein bisschen. Schließlich hat die Neugier doch gesiegt und ich griff zur Schere. Der Inhalt war letztendlich erklärbar und auch wirklich positiv. Ich werde ihn euch nicht verraten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Für euch darf es Schrödingers Paket bleiben. Und vielleicht ist genau das der bessere Zustand.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          
             TAKEAWAY &amp;#55357;&amp;#56359;
            &#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dopamin ist nicht das Glück. Es ist die Spannung davor.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Fri, 24 Apr 2026 19:08:00 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/schrodingers-paket</guid>
      <g-custom:tags type="string">ADHS,Hormone,Neurodivergenz,Psychologie,Autismus-Spektrum</g-custom:tags>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/533a2c5914c84e5ebf86d4b21ab1f83d/dms3rep/multi/schr%C3%B6dingers+paket.png">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Zwischen Reizhunger und Reizflucht</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/zwischen-reizhunger-und-reizflucht</link>
      <description>AuDHD erklärt: Wenn ADHS und Autismus zusammenkommen – zwischen Reizsuche, Überforderung und innerem Widerspruch.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/533a2c5914c84e5ebf86d4b21ab1f83d/dms3rep/multi/audhd.png"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ADHS und Autismus bringen jedes für sich schon enorme Herausforderungen mit sich. Es gibt aber auch neurodivergente Menschen, die beides haben. Der Begriff AuDHD wird häufig verwendet, ist aber keine offizielle Diagnose.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich habe von beidem (zum Glück) nur Anteile, die aber beide eine erhebliche Rolle in meinem Leben spielen. Dass meine innere Natur seltsame Widersprüchlichkeiten mitbringt, ist mir nicht neu. Zum Teil bin ich sprunghaft und dann auch wieder meinen eigenen Linien treu. Ich mag Abwechslung, aber sie schlaucht mich. Ich halte mich für spontan, aber bitte keine Spontanbesuche.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es fühlt sich manchmal an, als würden zwei Systeme in mir gleichzeitig laufen. Das eine will Spannung und Abenteuer, das andere nur seine Ruhe. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Beispiel aus dem Alltag: Zurzeit ist mein Akku etwas geschwächt durch viele berufliche und private soziale Interaktionen. Mein autistischer Anteil ist klar dafür, einfach mal nur abzuhängen, sich abends eine Serie anzumachen und nichts weiter zu tun. Runterfahren, aufladen. Mehr nicht. Und dann springt mein ADHS-Anteil um die Ecke und hebt den Finger: »Hey, wir haben doch gerade dieses tolle Projekt – wollen wir da nicht weitermachen? Serie gucken ist langweilig.« Und nun ratet, wer meist gewinnt. Spoiler: die Dopaminjagd.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Also wird die Müdigkeit abgeschüttelt und auf ins Abenteuer. Innerlich höre ich meine autistischen Anteile aufschreien, aber ich ignoriere sie und sitze dann mehrere Stunden mit Kopf- und Kreativarbeit, nur um am nächsten Tag festzustellen, dass ich noch kaputter bin. Der Akku entlädt sich weiter. Aber es hat Spaß gemacht!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Spaß kostet. Das ist etwas, das mich immens nervt, und ich habe immer noch nicht das perfekte Gleichgewicht gefunden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich drösel euch diese beiden Anteile mal auf:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der ADHS-Anteil sucht nach Reiz und Belohnung und hat Probleme, mit etwas anzufangen – es sei denn, der Reiz ist groß genug.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der autistische Anteil ist reizempfindlich, hat Detailfokus und ein Bedürfnis nach Vorhersagbarkeit.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ADHS will Input, Autismus vermeidet zu viel Input. Beide stehen in ständigem Konflikt miteinander. Das Problem ist nicht das eine oder das andere – sondern dass beides gleichzeitig aktiv ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Alltag ist es schon kompliziert genug: Ich nehme alles wahr, obwohl ich eigentlich gar nicht alles wahrnehmen will, weil es zu viel ist. Musik kann mir helfen, sie kann aber auch überfordern. Ich finde soziale Kontakte manchmal gut und interessant und dann wieder total anstrengend. Masking und Hochfunktionalität saugen zusätzlich Energie ab. Mein Alltag leert oft meinen Akku, den ich dann mit etwas aufzuladen versuche, was mir Spaß macht. Ich kann tief in etwas eintauchen und fühle mich dann wiederum vom Alltag genervt. Spezialinteressen (Autismus) führen zum Initiieren von Tätigkeiten (ich fange an), ADHS hindert mich daran, wieder aufzuhören.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Von außen wirkt es wahrscheinlich widersprüchlich und inkonsequent, innen ist es aber ein ständiges Pendeln zwischen zwei entgegengesetzten Polen. Meine Funktionsfähigkeit ist kontextabhängig: Ich kann bis zwei Uhr nachts an Videos basteln, aber wehe, ich müsste um zwölf noch mit meiner Steuererklärung anfangen. Mein Leistungsmodus ist nicht stabil. Ich kann mich zu vielem zwingen, ja. Aber es kostet mich die doppelte Energie.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In einem sind sich beide Systeme einig: Was keinen Sinn oder keinen Spaß macht, bleibt erst mal liegen. Mein Zugriffssystem funktioniert selektiv – nicht nach Wichtigkeit, sondern nach Reiz. Anders gesagt: Ich funktioniere energieeffizient, auf meine Weise.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Überlappung von Autismus und ADHS gibt es noch nicht als eigenständige Diagnose, es gibt aber Menschen, die beide Diagnosen haben. Und ganz ehrlich: Sie haben mein tiefstes Mitgefühl – mir reichen schon die Anteile von beidem.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber irgendwie macht es das Leben auch interessanter. (Autismus seufzt, ADHS jubelt.)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht schaffe ich es noch, ein Gleichgewicht zwischen meinen beiden Anteilen herzustellen und meinem autistischen Anteil, der eigentlich immer zu kurz kommt, auch mal die Führung zu überlassen. Mal ein paar Tage nichts tun. (Autismus jubelt, ADHS meckert.)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Nervensystem wäre dankbar über den Satz: »Ich kann alles, nur nicht jederzeit.«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          
             TAKEAWAY &amp;#55357;&amp;#56359;
            &#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autismus und ADHS in einem Körper ist wie Achterbahn fahren, obwohl man schlafen will.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 16 Apr 2026 21:47:27 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/zwischen-reizhunger-und-reizflucht</guid>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Shutdown - Wenn das System crasht</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/shutdown</link>
      <description>Shutdown statt Depression? Wie Überlastung bei neurodivergenten Menschen Stimmung und Wahrnehmung verändert – und warum das nichts mit Schwäche zu tun hat.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/533a2c5914c84e5ebf86d4b21ab1f83d/dms3rep/multi/shutdown.png"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Je älter ich werde, desto schwerer fallen mir stundenlange Sozialkontakte. Wir hatten ja nun gerade Ostern und meine Tochter, die in Kopenhagen lebt, war zu Besuch. Aufgrund der Entfernung freue ich mich immer, wenn sie kommt, wir sehen uns ja nicht mehr so häufig. Nun hat sie dann auch eine Nacht bei mir geschlafen. Was wirklich schön war, für mein System aber auch sehr anstrengend, u.a. weil wir uns das Bett geteilt haben, das sonst mein alleiniges Reich ist. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Außer der Übernachtung kam ein Tag vorher noch das österliche Familientreffen dazu. Heute morgen mussten wir dann um halb sieben aufstehen, weil sie zum Bahnhof musste. Für mich als Nachteule ist halb sieben wie für andere halb vier. Mein System fing gestern schon langsam an die Grätsche zu machen, das zeigt sich gern in innerer Weinerlichkeit, totaler Müdigkeit und Stimmung auf dem Nullpunkt trotz schöner Begegnungen. Heute morgen war dann aber Feierabend. Depressive Stimmung, die eigentlich keine ist, gepaart mit leichten Derealisationsgefühlen. Alles war etwas unwirklich und verzerrt. Nach drei Stunden zusätzlichem Schlaf ging zumindest das Traumgefühl weg.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was mich persönlich immer kolossal nervt, ist, dass ich nicht einfach nur müde und platt bin, sondern es sich anfühlt, als ob die Welt insgesamt einfach zu viel ist. Ausgestattet mit einer ordentlichen Portion Hochfunktionalität merkt man es mir zwar meist nicht stark an, aber innerlich bin ich eigentlich schon zusammengerollt. Da ich heute frei habe, darf ich mich dann aber auch einfach mal nicht zusammenreißen. Dankbar bin ich, dass ich eher eine Neigung zum Shutdown habe als zum Meltdown, dann ist es wenigstens nur für mich anstrengend und ich schreie niemanden an. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Warum kippt aber ein neurodivergentes System nicht einfach in Müdigkeit, sondern auch in Stimmung und Wahrnehmung? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das liegt daran, dass es hier nicht nur um einen reinen Energiemangel geht, sondern das ganze Nervensystem sich verschiebt. Neurodivergente Menschen haben häufig eine höhere Reizaufnahme durch weniger Filter, sie verarbeiten zusätzlich im Hintergrund Dinge und erreichen so schneller die Kapazitätsgrenze. Das Nervensystem sagt dann »Nö, Feierabend, so nicht mit mir!« und zieht die Luken dicht. Die Energie fährt runter, die Wahrnehmung wird gedämpft, manchmal fühlt es sich etwas dissoziativ an. Die Stimmung kippt hinterher, so wie ein Baby, das den Schlafpunkt überschritten hat. Eigentlich will der Körper Ruhe, findet sie aber nicht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das ganze System fühlt sich dann depressiv an, obwohl es mit echter Depression nichts zu tun hat. Da ich aber letzteres auch kenne, läuten dann im Kopf bei mir zusätzlich gern mal die Alarmglocken. Was natürlich ungemein hilfreich ist, wenn man ein System runter fahren will. Ich selbst empfinde mich dann immer als zu instabil und zu sensibel. So ganz habe ich noch nicht integriert, dass es schlicht eine Überlastungsreaktion eines hoch verarbeitenden Systems ist. Aus neurotypischer Sicht würde ich als »zu instabil und zu sensibel« gewertet werden, ein neurotypischer Mensch ist bei Überlastung eher nur müde und platt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aus neurodivergenter Sicht ist die Reaktion meines Systems allerdings normal und schon lehrbuchmäßig. Wenn die Energie abfällt, verändern sich die Neurotransmitter gleich mit und da das »hormonelle System« sowieso schon anders tickt (dazu hier mehr), macht sich das ordentlich bemerkbar. Was also emotional aussieht, ist eigentlich eher eine physische Reaktion. Rein kognitiv für mich logisch, an der Akzeptanz muss ich leider noch arbeiten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Um aus so einem Shutdown wieder herauszukommen, brauche ich dann meist zwei bis drei Tage, je  nachdem, was ich noch in meinem Alltag bewältigen muss. Ich bin »Alleinlader«, das heißt, dass ich meine Energie am besten für mich allein wieder auffülle. Mit einem Beruf, der Sozialkontakte voraussetzt, ist das nicht immer zu vereinbaren. Heute habe ich aber zum Glück frei, somit darf ich auch einfach nur schlecht drauf sein und meinem System die Ruhe gönnen, die es braucht, um mich wieder wie ein stabiler neurodivergenter Mensch zu fühlen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             TAKEAWAY &amp;#55357;&amp;#56359;
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oft ist es keine Depression, sondern nur eine Überlastung des Systems.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 07 Apr 2026 20:22:32 GMT</pubDate>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Warum „geh doch einfach joggen“ nicht funktioniert</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/dopamin-und-co</link>
      <description>Warum Neurodivergenz auch hormonell anders funktioniert: Dopamin, Stress und warum Motivation und Glück nicht immer zusammenpassen.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
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&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich habe mich schon lange gefragt, was bei mir eigentlich verkehrt läuft, dass ich keine Glücksgefühle durch Sport bekomme. Lange habe ich es einfach als gegeben abgetan, was natürlich nur wenig zur Freude am Sport beigetragen hat. In den letzten Monaten bin ich dem dann doch noch einmal auf den Grund gegangen. Und es konnte ja schon fast nicht mehr anders sein: Die Hormonverarbeitung läuft bei Neurodivergenz auch anders. Macht den Sport auch nicht freudiger, aber erklärt zumindest einiges.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hormone werden bei Neurodivergenz anders gewichtet, anders getriggert und anders reguliert. Ich greife mal die wichtigsten heraus:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dopamin ist das Hormon für Motivation und die Jagd danach, genau das noch einmal zu bekommen. Es ist dieser kurze „Stromstoß“, den man – oft begleitet von einer Aktivierung des Systems – erlebt, wenn alles so läuft, wie man es sich vorstellt. Bei neurodivergenten Menschen ist das Grundniveau weniger stabil und die Ausschüttung stärker abhängig vom Interesse. Dafür sind die Ausschläge intensiver und der Abfall rabiater. Deshalb gibt es, besonders bei ADHS, weniger bis gar keinen Antrieb bei Pflichtaufgaben und die Möglichkeit, in einen Hyperfokus zu gelangen bei interessanten Aufgaben. Nach diesen Hochphasen ist das Loch dann leider umso tiefer. Dopamin will, dass man weitermacht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Serotonin, unser „Hormon“ für Ruhe, Zufriedenheit und Stabilität, ist für Neurodivergente im Alltag oft weniger zugänglich. Es ist stärker kontextabhängig und muss sozusagen eher entstehen als einfach da zu sein. Das innere Gefühl ist dann eher „Suche“ als „Ankommen“.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Noradrenalin ist oft dysreguliert. Zuständig für Aufmerksamkeit und geistige Schärfe pendelt es bei ADHS häufig zwischen zu wenig Fokus und Überfokus (Hyperfokus). Hier setzen übrigens auch Medikamente an.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Adrenalin ist bei Neurodivergenz oft schneller und länger aktiv. Der Körper geht also schneller in den Alarmzustand und findet auch langsamer wieder heraus. Das sorgt für innere Unruhe und ein schnelleres „unter Stress stehen“. Während neurotypische Menschen noch entspannt auf ihrem Stuhl sitzen, fährt mein Nervensystem also schon Achterbahn.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dann kommt natürlich Cortisol ins Spiel. Mehr Stress → höheres Cortisol. Bei ND ist auch dieses System sensibler, schneller ansteigend und langsamer abklingend. Deshalb brauchen manche nach Reizüberflutung oft erst einmal eine längere Pause.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann gibt es noch die Endorphine, die dafür sorgen, dass wir uns wohlfühlen, entspannen und Schmerz reduziert wird. Leider können ND-Menschen diese oft weniger zuverlässig über Standard-Dinge wie Sport abrufen. Auch hier ist vieles stärker an bedeutungsvolle Aktivitäten gekoppelt. Wenn man also Sport eher so meh findet wie ich, dann kann das nichts werden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kurz:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dopamin → Yes, Treffer! Weiter!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Serotonin → passt, ist stimmig
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Noradrenalin → Aufmerksamkeit steigt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Adrenalin → Alarm, Spannung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Cortisol → Stress
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Endorphine → schön, hier bleibe ich
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Neurodivergenz → ja, alles da, aber du musst es dir schon holen …
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Gesamtbild bringt also mit sich, dass es für neurodivergente Menschen häufig schwerer ist, an diese „Glücksgefühle“ zu kommen – und sie auch zu halten. Gleichzeitig schüttet das System schneller die eher anstrengenden Stresshormone aus.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich höre jetzt damit auf, mich dafür zu verurteilen, dass ich keinen Sport mag. Ich mache ihn dosiert trotzdem aus Vernunftsgründen. Und jage dann an anderen Stellen dem Dopamin hinterher, damit ich mich auch mal wach und fokussiert fühlen kann. Auch wenn am Ende des Regenbogens auf mich häufig eher kein Serotonin wartet.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             TAKEAWAY
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           &amp;#55357;&amp;#56359;
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hormone funktionieren nicht bei allen Menschen gleich – und genau das verändert, wie sich Motivation, Stress und Wohlgefühl anfühlen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 30 Mar 2026 16:18:08 GMT</pubDate>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Wenn Logik auf Emotion trifft</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/wenn-logik-auf-emotion-trifft</link>
      <description>Warum Menschen trotz klarer Aussagen aneinander vorbeireden: Ein persönlicher Blick auf unterschiedliche Kommunikationsweisen und Wahrnehmung.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
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&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Manche gehen vielleicht davon aus, dass neurodivergente Menschen untereinander besser klarkommen als neurodivergente mit neurotypischen Menschen. Das ist leider nicht unbedingt der Fall. Wenn man sich die Profile von ADHS und des autistischen Spektrums einmal genauer ansieht, wird man feststellen, dass beide ziemlich gegensätzlich funktionieren und sich gegenseitig durchaus auf die Nerven gehen können. Besonders interessant wird es, wenn man beide Anteile in sich trägt, denn dann geht man sich auch selbst gern mal auf die Nerven. Aber dazu ein anderes Mal.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es gibt in der Neurodivergenz zudem viele Mischprofile, die oft unter dem Radar bleiben. Und auch Autisten funktionieren nicht alle gleich, genauso wenig wie ADHSler. Die Unterschiede zeigen sich besonders häufig in der Kommunikation. Ich selbst kommuniziere eher explizit, das heißt, dass ich Dinge versuche, sachlich auf den Punkt zu bringen und Emotionen an der Stelle weitestgehend herauszuhalten. Zudem kommuniziere ich, besonders in Konflikten, gern schriftlich. Das gibt mir den Raum, meine Gedanken zu ordnen, und ich bin währenddessen nicht beeinflusst von meinem Gegenüber, weil ich nicht ständig scannen muss, wie die Stimmung ist, was die Augenbraue macht und ob ein Mundwinkel zuckt. Heißt, ich kann mich auf mich konzentrieren und auf das, was in mir vorgeht. Zudem verarbeite ich schon während des Schreibens und bin somit am Ende weitestgehend durch mit meiner Analyse, und meine Emotionen fahren auch runter.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Habe ich ein Gegenüber, das genauso funktioniert, lassen sich Konflikte so innerhalb kürzester Zeit klären. Aber das Leben ist kein Ponyhof. Somit ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man auf jemanden trifft, der gegensätzlich funktioniert, der z. B. implizit kommuniziert. Implizit heißt, es wird nach versteckten Botschaften gesucht – und diese werden natürlich auch gefunden. Dieser Mensch liest meinen faktenbasierten Text dann also durch und findet zuerst einmal Arroganz in meinen Worten, weil ich eben nicht emotional laut bin und zu sachlich wirke. Ruhe und Sachlichkeit werden einem gern als „gewollte Überlegenheit“ ausgelegt, das musste ich auch erst lernen. Und als Nächstes wird mein Text durchwühlt nach vermeintlichen Angriffen – und auch da wird natürlich einiges gefunden. Die Emotionen auf der anderen Seite steigen und als Antwort bekommt man dann etwas, das ich nur schlecht in Worte fassen kann und will. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aus faktenbasiert wird so emotionsbasiert, einfach weil die Verarbeitung des Gegenübers über Emotionen funktioniert und nicht über Logik. Was nicht besser oder schlechter ist, nur einfach grundlegend gegensätzlich – und im Grunde gibt es aufgrund dieser Gegensätze leider oft keine tragfähige Lösung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zwei emotionsbasierte Menschen können sich sicher die übelsten Schimpfworte um die Ohren hauen und sind sich anschließend einig, dass im Streit gesagte Dinge nicht so gemeint waren und wie herrlich es war, mal Dampf abzulassen. Als faktenbasierter Mensch geht es mir aber um Lösungen, um Situationen – und ich kann mit Angriffen unter der Gürtellinie nichts anfangen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Früher bin ich gern in den Erklärmodus gegangen, habe die Samthandschuhe angezogen, versucht zu schlichten, und am Ende kam meist dabei heraus, dass wieder Frieden herrschte, ich aber eigentlich kein Stück weiter war. Wenn man irgendwann näher zu sich selbst kommt, reicht einem das nicht mehr.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei unterschiedlichen Kommunikationswegen in zwischenmenschlichen Beziehungen läuft es immer darauf hinaus, dass einer sich dem anderen anpassen muss. Kompromisse zu finden, ist an dieser Stelle eher schwierig. Da z. B. jemand mit hoher Alexithymie und hoher emotionaler Reaktion nicht gut in der Lage ist, sich selbst zu dämpfen, liegt es eher am sachlichen Gegenüber, das Ganze im Blick zu behalten und in Schach zu halten und hinterher aufzuräumen. Langfristig gesehen ist das eine undankbare Aufgabe, auch wenn man aus analytischer Sicht den anderen versteht und die nötige Empathie für seine Gefühle mitbringt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Man versucht, sich in den anderen hineinzudenken, kann das auch, und relativiert dann die eigene Sicht der Dinge. Empathie und Analyse verkomplizieren es dadurch sogar noch, weil man im Blick weicher wird und seine eigenen Grenzen verschiebt – bis diese einmal zu oft überschritten werden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Gehirn, das immer alles verstehen und lösen will und offene Schleifen hasst, kommt mit Konflikten dieser Art nicht gut klar. Es kann den Knoten nicht lösen, warum der andere „das Gras ist grün“ liest, obwohl ich geschrieben habe „der Himmel ist blau“. Auch das versuche ich dann zu analysieren, aber logisch daran heranzugehen, führt einen an dieser Stelle nicht weiter. Man muss einfach akzeptieren, dass man sich noch so klar ausdrücken kann – wenn der andere etwas anderes hineinlesen will, dann macht er das auch. Manche Konflikte lassen sich nicht lösen. Das muss mein Gehirn irgendwann verstehen oder zumindest akzeptieren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          
             TAKEAWAY
            &#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
      
           &amp;#55357;&amp;#56359;
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Man kann sich noch so klar ausdrücken – verstanden wird immer durch das System des Gegenübers.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 22 Mar 2026 15:44:50 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Applaus ist nicht dasselbe wie Resonanz</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/resonanz</link>
      <description>Warum sich Likes oft leer anfühlen: Ein persönlicher Blick auf den Unterschied zwischen schneller Bestätigung und echter Resonanz zwischen Menschen.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/533a2c5914c84e5ebf86d4b21ab1f83d/dms3rep/multi/ChatGPT+Image+15.+M%C3%A4rz+2026-+18_34_28.png"/&gt;&#xD;
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           I
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           m Zeitalter der Klicks, Likes und Kommentare wird es immer wichtiger, einmal hinzugucken, worum es Menschen dabei eigentlich geht. Wir werfen schnell mal mit dem Satz um uns: Ach, er oder sie braucht mal wieder Bestätigung. «Natürlich lassen sich manche gern feiern und sonnen sich in 200 Likes bei Facebook, aber ist das erfüllend und nachhaltig?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich denke, jeder Mensch freut sich über Bestätigung oder Anerkennung für das, was er tut. Ich nehme mich darin nicht aus. Mit einem Projekt, das mich viel Arbeit gekostet hat und auf das ich stolz bin, laufe ich manchmal immer noch los wie ein kleines Kind mit einem frisch gemalten Bild.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich erschaffe Dinge in erster Linie für mich selbst und aus mir heraus. So ist auch diese Website entstanden. Mich erfüllen wirklich gute Projekte mit einem inneren Stolz und einer Zufriedenheit, die mir jemand im Außen nicht geben kann. Ich kann auch durchaus kritisch auf meine Arbeiten gucken und etwas nicht besonders gut gelungen finden. Mein stärkster Kritiker bin immer ich. Wenn mein innerer Kritiker aber kaum noch etwas zu meckern hat, bin ich bereit, es der Welt zu zeigen. Und dann macht sich der Unterschied zwischen Bestätigung und Resonanz sehr schnell bemerkbar.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bestätigung funktioniert über eine kurze positive Rückmeldung. Das können im Internet Aufrufe oder Likes sein und im wahren Leben Sätze wie: »Tolles Bild!« oder »Super gemacht!«. Es ist ein kurzes Lob oder Zustimmung und pusht den Dopaminspiegel etwas hoch. Das Selbstwertgefühl freut sich, aber dann ist es auch schon wieder vorbei. 100 Likes pushen dann noch ein wenig weiter, aber am Ende fühlt es sich doch ein Stück weit schal an. Manche produzieren dann möglichst viel, um mehr Likes zu bekommen und das immer wieder. Sie jagen dem Dopamin hinterher. Genau darauf ist das Internet übrigens ausgelegt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Warum aber vergeht das Gefühl so schnell? Weil es nicht tief genug ist. Ein »super!« bewertet kurz das Ergebnis und macht dann einen Haken dran. Das Werk wird begutachtet, nicht der Mensch dahinter. Es ist natürlich bei Fremden und im Internet auch schwer, einen Blick auf den Menschen zu werfen. Aber im engeren Kreis ist der Unterschied zu Resonanz deutlich spürbar. Resonanz steht für eine »antwortende Beziehung« zwischen Menschen oder dem Menschen und der Welt. Sie bedeutet, dass das Gegenüber berührt ist oder sich zumindest tiefer auf etwas einlässt. Es ist ein Dialog, der Interesse zeigt, konkretes Feedback gibt und durchaus auch konstruktive Kritik enthalten kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir das Beispiel »gemaltes Bild« nehmen, dann ist Bestätigung ein »Toll gemacht« und Resonanz ein »Gefällt mir gut. Was nimmst du dir für Farben? Was hast du dir dabei so gedacht?«. Man kann es auch aufs Internet übertragen. Likes geben kurze Bestätigung und ein Kommentar, der zeigt, dass jemand tatsächlich etwas gelesen hat und dazu noch eine Frage hat oder etwas spiegelt, ist Resonanz. Und was wirkt wohl nachhaltiger auf den Erschaffer? 200 Likes oder ein Kommentar?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die meisten Menschen (besonders die kreativen) suchen eigentlich Resonanz, verwechseln sie aber mit Bestätigung. Deshalb kommt es zur Dopaminjagd. Wahre Resonanz aber ist wie ein Echo. Man fühlt sich gesehen und verstanden. Bestätigung ist nur ein kurzer Rausch, in dem man sich trotzdem nicht gesehen fühlt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Problem ist, dass Bestätigung zu geben kommunikativ viel einfacher ist, als wirklich in Resonanz mit etwas zu gehen. Denn für Resonanz muss man sich zumindest etwas intensiver mit etwas beschäftigen, das jemand anderes erschaffen hat. Deshalb liken viele eher, als zu kommentieren. Sie wollen nicht noch mehr Energie hineingeben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im engeren Umfeld kann das leider auch passieren. Man kann Bestätigung bekommen und trotzdem fühlt es sich so an, als ob der andere sich eigentlich nur am Rande für etwas interessiert. Ein kurzer Blick auf etwas, ein kurzes »Toll!«, zack Haken dran. Zurück bleibt in dem Moment Leere.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei neurodivergenten Menschen ist das Thema Resonanz häufig noch präsenter. Viele neurodivergente Menschen haben eine sehr feine Wahrnehmung für authentische vs. oberflächliche Kommunikation. Deshalb wirkt Resonanz für sie oft deutlicher ehrlicher und greifbarer als bloße Bestätigung. Zudem orientieren sich Neurodivergente häufiger an Inhalt und Interesse statt an sozialen Konventionen. Bestätigung wirkt dann oft eher leer, während Resonanz bedeutet, dass sich jemand wirklich mit dem Thema beschäftigt hat. Tiefer Austausch ist auch deshalb wesentlich wichtiger, weil sich das Gegenüber mit in die eigenen Tiefen bewegt. Das schafft Verbindung. Ein resonanzfreier Raum ist für neurodivergente Menschen nicht lange haltbar.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht sollten wir alle vor einem kurzen »Toll!« kurz innehalten und uns fragen, ob wir es wirklich so meinen oder das Gegenüber nur mit kurzer Bestätigung abspeisen möchten. Und anschließend könnten wir uns fragen, ob wir Lust haben, in die Gedankengänge des anderen einzutauchen und wirklich mit ihm in Resonanz zu gehen. Oder ob der Energieaufwand für uns gerade zu viel ist. Interessieren wir uns in dem Moment für den Menschen vor uns oder ist es uns eigentlich egal?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Beides hat durchaus seine Berechtigung, aber nur bei Resonanz entsteht wirkliches miteinander Schwingen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             TAKEAWAY &amp;#55357;&amp;#56359;
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Applaus ist angenehm, aber Resonanz bedeutet, dass wirklich jemand zugehört hat.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 15 Mar 2026 17:39:28 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/resonanz</guid>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
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    </item>
    <item>
      <title>Wenn das Gehirn nicht mehr abschalten will</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/wenn-das-gehirn-nicht-mehr-abschalten-will</link>
      <description>Was unterscheidet Flow von Hyperfokus? Ein persönlicher Erfahrungsbericht über Kreativrausch, Dopaminkicks und das Gehirn im Tunnelmodus.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/533a2c5914c84e5ebf86d4b21ab1f83d/dms3rep/multi/bloghyperfokus.png"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sicher kennen viele von euch das Gefühl des Flows. Einzutauchen in eine Tätigkeit und nicht zu merken, wie die Zeit verrinnt. Es ist ein entspanntes und friedliches Gefühl, erfüllend und ruhig. Irgendwann taucht man gesättigt wieder auf und kann seinem Tagesablauf weiter nachgehen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Den Zustand des Flows dürfte so ziemlich jeder schon einmal erlebt haben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Anders sieht es mit dem Hyperfokus aus. Dieser tritt häufiger bei neurodivergenten Menschen auf und ist nicht ganz so entspannt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich war die letzten zwei Wochen in einem Hyperfokus. Anfangs etwas weniger, gegen Ende war ich voll auf Adrenalin und Dopamin. Ein Projekt, das sich vor ein paar Wochen in mein Gehirn geschlichen hatte, wollte nun endlich angegangen werden. Und als ich erst einmal angefangen hatte, gab es kein Zurück mehr.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In einem solchen Zustand fällt alles hintenüber, das nicht mit dem Fokus zu tun hat. Vom täglichen Ablauf einmal abgesehen, wird dann auch gern das Essen oder Schlafen vergessen. In den letzten beiden Nächten vor der Fertigstellung war mein Schlaf auf ein paar Stunden reduziert.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zudem beschäftigt sich das Gehirn auch außerhalb der Tätigkeit ständig mit dem Projekt. Gedankenschleifen laufen ab, man ist innerlich unruhig und will weitermachen. Eigentlich ist sonst nichts mehr interessant. Im Gegenteil: Alles, das einen vom Weitermachen abhält, wird als störend empfunden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich hatte mich zum Glück noch einigermaßen im Griff und konnte meinen täglichen To-dos nachgehen – allerdings widerwillig und unkonzentriert. Passenderweise war ich in der ersten Woche krank und konnte mich so ganz legitim ins Gehirnabenteuer stürzen. Zum Gesund werden trägt es allerdings nicht unbedingt bei. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In der zweiten Woche wurde es dann schon schwieriger mit dem Managen der verschiedenen Aufgaben, die einen eigentlich nur von den weiteren Dopaminkicks abhalten, die das Gehirn so vehement verlangt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Also mussten dann eben die Nächte herhalten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Positive in solchen Zeiten ist die Lebendigkeit, die man spürt. Endlich hatte ich mal wieder das Gefühl von Sinn und von Erfüllung. Ich tat etwas, das mein ganzes Denken in Anspruch nahm und bei dem ich meine Kreativität in verschiedenen Bereichen ausleben konnte. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Welt wurde heller, Menschen netter und überhaupt war das Leben schön. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn ich denn weitermachen konnte …
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Anstrengende ist allerdings das innere Gefühl des Getriebenseins. Es fühlt sich fast zwanghaft an. Das Projekt nimmt das ganze Denken in Anspruch. Man kann es ganz gut mit einer vorübergehenden Sucht vergleichen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unruhe macht sich im Körper breit, und dieser schüttet nicht nur die guten Hormone aus, sondern auch Cortisol – ein Hormon, das eng mit Stressreaktionen verbunden ist. So schwankt man also die ganze Zeit zwischen Glücksgefühlen und Fluchttendenzen. Wobei Letzteres natürlich überhaupt nicht durchsetzbar ist, denn das Gehirn hat eine Aufgabe, die es abschließen möchte. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Am besten sofort.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn man ADHS-Anteile hat, ist man zudem ein kleiner Dopaminjunkie. Das macht es nicht unbedingt einfacher. Die autistischen Anteile sorgen zusätzlich dafür, dass man auch schön auf Linie bleibt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dies führe ich mal näher aus:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            1. ADHS-Hyperfokus (Motivations- und Dopaminsystem)
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei ADHS hängt der Fokus stark mit dem Belohnungssystem zusammen. Das Gehirn reagiert besonders stark auf Dinge, die neu sind, spannend sind, emotional stimulieren, ein Problem lösen lassen oder schnell Feedback geben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn so etwas auftaucht, kann das Gehirn plötzlich extrem stabil fokussieren – obwohl es sonst Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit hat. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (Mein Projekt beinhaltete all diese Dinge. Warum also Pause machen?)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Deshalb wirkt ADHS von außen oft paradox:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei langweiligen Dingen ist die Konzentration schwierig, bei spannenden Dingen dagegen extrem hoch.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hyperfokus ist hier also eher ein Motivationsphänomen. Er kann auch relativ abrupt enden – etwa wenn das Projekt abgeschlossen ist, das Interesse kippt oder die Belohnung ausbleibt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            2. Autistische Spezialinteressen (monotrope Aufmerksamkeit)
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei Autismus liegt der Fokus weniger im Dopaminsystem, sondern eher in der Struktur der Aufmerksamkeit. Hier spricht man manchmal von monotropem Denken.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das bedeutet: Die Aufmerksamkeit sammelt sich stark um wenige Themenfelder, während anderes ausgeblendet wird. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diese Interessen sind oft langfristig stabil, sehr tiefgehend, systematisch, detailorientiert und wenig abhängig von äußerer Belohnung. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Spezialinteresse kann jahrelang bestehen bleiben, während ADHS-Hyperfokus eher projekt- oder phasenbezogen ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            3. Mischprofile (ADHS + autistische Traits)
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn beides zusammenkommt, passiert etwas sehr Interessantes:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ADHS bringt Dopamin-Kick und Aktivierung, autistische Traits bringen Fokus-Stabilität.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Ergebnis ist oft ein starker Startimpuls, enorme Kreativität, extrem tiefe Beschäftigung und schweres Abschalten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Deshalb fühlen sich solche Phasen gleichzeitig an wie Flow, Sucht, Tunnel und Kreativrausch.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist ein wunderbarer Zustand und gleichzeitig fürchterlich anstrengend.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich möchte keine Stunde der letzten zwei Wochen missen, auch wenn viel Frust dabei war, weil einiges nicht gleich so lief, wie ich wollte. Aber ein Projekt zu planen, es wachsen zu sehen und am Ende wirklich zufrieden damit zu sein, ist eine meiner wichtigsten Triebfedern.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das hält mich am Leben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dafür danke ich der Neurodivergenz.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unangenehm ist nur das Loch, das danach gern einmal auftaucht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber dazu ein anderes Mal mehr.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          
             TAKEAWAY &amp;#55357;&amp;#56359;
            &#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Hyperfokus fühlt sich oft gleichzeitig wie Sinn, Rausch und Stress an.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 09 Mar 2026 17:29:52 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/wenn-das-gehirn-nicht-mehr-abschalten-will</guid>
      <g-custom:tags type="string">ADHS,Neurodivergenz,Hyperfokus,Autismus-Spektrum,Flow</g-custom:tags>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/533a2c5914c84e5ebf86d4b21ab1f83d/dms3rep/multi/bloghyperfokus.png">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/533a2c5914c84e5ebf86d4b21ab1f83d/dms3rep/multi/bloghyperfokus.png">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Die unsichtbare Arbeit hinter dem Blickkontakt</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/die-unsichtbare-arbeit-hinter-dem-blickkontakt</link>
      <description>Warum Blickkontakt für manche Menschen Energie kostet – persönliche Einblicke und fachliche Hintergründe aus dem Autismus-Spektrum.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/533a2c5914c84e5ebf86d4b21ab1f83d/dms3rep/multi/Auge.png"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn man sich intensiver mit Neurodivergenz beschäftigt, passiert es zwangsläufig, dass einem immer mehr Beiträge über den Weg laufen. Was mir in letzter Zeit besonders häufig begegnet ist, ist das Thema Blickkontakt – insbesondere im autistischen Spektrum.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Den Blickkontakt nicht halten zu können, wird hier gern als Diagnosemerkmal herangezogen. Im Umkehrschluss führt das allerdings auch dazu, dass schnell gesagt wird: »Na, dann bist du ja aber gar kein Autist!«, wenn jemand durchaus in der Lage ist, Blickkontakt zu halten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie bei allen Pauschalisierungen führt das zu mangelndem Verständnis. Auch Menschen im Autismus-Spektrum funktionieren nicht gleich. Manche können durchaus Blickkontakt halten, es kostet sie jedoch sehr viel Energie.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn man ständig mit solchen Themen konfrontiert wird, beginnt man irgendwann, bei sich selbst genauer hinzusehen. Ich habe schon vor etlichen Jahren festgestellt, dass ich beim Zuhören sehr gut Blickkontakt halten kann. Ich bilde mir auch ein, eine aufmerksame Zuhörerin zu sein. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn ich allerdings selbst rede, besonders bei komplexeren oder tieferen Gedankengängen, neige ich dazu, woanders hinzuschauen. Dann muss ich mich bewusst daran erinnern, meinen Gesprächspartner zwischendurch wieder anzusehen. Ich tue das, weil ich gelernt habe, dass es als unhöflich gilt, es nicht zu tun.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kürzlich ist mir an der Kasse bei Edeka aufgefallen, dass ich mich regelrecht selbst anstupsen muss, um beim Bezahlen noch einmal in den Blickkontakt zu gehen – spätestens beim »einen schönen Tag noch«. In meinem Kopf blinkt dann kurz der Hinweis auf: »So, Anja, jetzt bitte einmal die Kassiererin anschauen und anlächeln.«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Würde ich meinem spontanen Empfinden folgen, würde ich schlicht durchrauschen und vermutlich unhöflich wirken. Einfach weil mein Gehirn in diesem Moment mit anderen Dingen beschäftigt ist als mit sozialer Feinabstimmung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dass gerade neurodivergente Menschen beim eigenen Sprechen häufig Schwierigkeiten mit dem Blickkontakt haben, hängt unter anderem mit der hohen parallelen Verarbeitungsanforderung im Gehirn zusammen. Während man spricht, laufen gleichzeitig Sprachplanung, Arbeitsgedächtnis, Selbstmonitoring und die Verarbeitung sozialer Signale.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hinzu kommt das kontinuierliche Scannen des Gegenübers. Eine leicht hochgezogene Augenbraue, ein minimales Stirnrunzeln oder ein kurzes Lächeln werden in Sekundenschnelle registriert und innerlich eingeordnet. Dieser zusätzliche Arbeitsprozess läuft parallel zum Reden und kann den Gedankengang abrupt abbremsen. Zum einen, weil er Arbeitsspeicher bindet, zum anderen, weil Reaktionen verunsichern können. Der Faden ist dann schnell verloren. Die Aufmerksamkeit verschiebt sich vom eigenen Gedanken auf das Gegenüber.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Um es noch etwas fachlicher zu machen:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Autismus-Spektrum ist Blickkontakt aus verschiedenen Gründen herausfordernd. Studien zeigen, dass direkter Blick bei autistischen Menschen eine stärkere Aktivierung in der Amygdala sowie in sozialen Verarbeitungsnetzwerken auslösen kann. Blickkontakt ist damit ein sehr intensiver Reiz, der rasch zu kognitiver oder sensorischer Überlastung führen kann. Er wird daher nicht aus Desinteresse vermieden, sondern häufig aus Selbstregulation.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein weiterer Faktor ist die Konkurrenz zwischen Sprachproduktion und sozialem Monitoring. Wenn zusätzlich ein detailreiches Gesichts-Scanning läuft, steigt die kognitive Last erheblich. In diesem Moment stabilisiert das Wegschauen oft den Gedankenfluss.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Teilweise gut belegt ist außerdem, dass viele neurodivergente Menschen – nicht nur Autisten – eine stärkere Detailverarbeitung und eine erhöhte Sensibilität für Mikroveränderungen im Gesicht zeigen. Das Gesicht wird dann weniger als Gesamtbild wahrgenommen, sondern sehr granular verarbeitet. Die Vielzahl an Details erhöht die kognitive Last und lässt den roten Faden schneller reißen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Zusammenhang mit Blickkontakt taucht auch häufig das Thema Masking auf. Gemeint ist damit gelernte soziale Kompensation. Viele spätdiagnostizierte oder hochkompensierende Menschen haben gelernt, Blickkontakt bewusst einzusetzen, ihn zu dosieren oder strategisch einzubauen. Von außen wirkt das völlig unauffällig – innerlich bleibt es jedoch anstrengend.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Insgesamt gilt: Mangelnder Blickkontakt ist nicht automatisch dem Autismus-Spektrum zuzuordnen. Er kann ebenso Ausdruck von Unsicherheit oder gedanklicher Fokussierung sein. Umgekehrt ist das Halten des Blickes kein Ausschlusskriterium für Autismusanteile. Differenzierung fällt vielen nach wie vor schwer. Vielleicht würde es schon helfen, weniger vorschnell zu urteilen und genauer hinzusehen. Auch dann, wenn jemand gerade nicht hinsieht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             TAKEAWAY &amp;#55357;&amp;#56359;
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wegschauen während eines Gesprächs ist oft kein Desinteresse, sondern eine Form der Selbststabilisierung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Fri, 27 Feb 2026 17:03:15 GMT</pubDate>
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      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Das Orakel im Kopf</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/das-orakel-im-kopf</link>
      <description>Warum spielt das Nervensystem ständig Worst-Case-Szenarien durch, obwohl objektiv alles stabil ist? Ein persönlicher Blick auf neurodivergente Risikoantizipation, innere Alarmzustände und das berühmte Orakel im Kopf.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      
           Wenn mein Nervensystem die Zukunft zu laut vorrechnet
          &#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/533a2c5914c84e5ebf86d4b21ab1f83d/dms3rep/multi/orakel.png"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wer kennt es nicht. Entspannt liegt man auf der Couch. Der perfekte Zeitpunkt, um mal runterzukommen und das Nervensystem zu beruhigen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Gehirn hat also mal nichts Konkretes zu tun — was für ein ND-Gehirn an sich schon ein Widerspruch ist. Die ersten Anzeichen dafür, dass mein Gehirn anfängt, sich zu langweilen, sind bei mir Ohrwürmer. (Sie können allerdings auch regulierend wirken, je nach Situation und Form.) Das immer gleiche Lied spielt in Endlosschleife. Und dann beginne ich zu scannen, denn die Stille im Kopf — außer ein paar Versen Musik — ist irgendwie beunruhigend. Eigentlich gerade gemütlich auf der Couch scanne ich also erst einmal alle meine Tiere durch: Atmet mein Kater normal? Wie ist meine Hündin drauf? Sind noch alle Fische sichtbar? Und da, endlich — ich fühle förmlich das wohlige Aufseufzen in den Synapsen: Der Kater liegt aber komisch heute! Und schon geht das Kopfkino los, die wildesten Worst-Case-Szenarien werden durchgespielt, natürlich enden sie grundsätzlich mit dem schlimmsten aller Ausgänge.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich denke, jeder hat so seine Themen, bei denen das Nervensystem von null auf hundert in den Alarmzustand springt. Meine Selbstständigkeit, beruflich wie lebenspraktisch, ist auch so ein Thema. Wenn man selbstständig ist, rumpelt es eigentlich ständig an irgendwelchen Ecken, und alles greift das Gehirn dankbar auf, um es in zig Variationen durchzuspielen, bis man sich selbst unter der Brücke und mit einem Berg voller Schulden sieht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nun könnte man davon ausgehen, dass das Gehirn auf Erfahrungswerte zurückgreift und daher übereifrig in den Alarmzustand hüpft. Bei meinen Tieren ist dies auch durchaus plausibel. Ich hatte schon einige in meinem Leben, und da ich jedes bis zu seinem Ende begleite, habe ich auch schon viel gesehen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf dem finanziellen Sektor sieht es allerdings anders aus. Meine Erfahrung in meinem 52-jährigen Leben besteht eigentlich daraus, dass es immer irgendwie weitergeht. Zudem habe ich Rückhalt in meiner Familie. Ich dürfte also nicht in Stress geraten. Mein Gehirn sieht das anders.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die spannende Frage ist nun: Warum macht das Nervensystem eigentlich immer so einen Stress?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein System reagiert nicht auf die Realität, es reagiert auf Unsicherheit. Nicht in Form von »mal sehen, was passiert«, sondern in Form eines großen schwarzen Lochs im Boden. Gerade für ND-Systeme ist Unsicherheit nicht gut haltbar. Sie muss korrigiert werden und verbannt werden. Und dies gelingt am besten, indem man sich das Gefühl von Kontrolle gibt, weil man meint, man hätte alle Unwägbarkeiten durchgespielt. Dass das Durchspielen an sich mehr Stress für das System bedeutet als die Unsicherheit selbst, ist dabei irrelevant.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ND-Systeme merken häufig Risiken früher als andere — lange bevor etwas passiert. Neurodivergente Menschen haben oft ein überempfindliches Frühwarnsystem: Mikroveränderungen werden zu Gefahr in möglichen Zukunftsszenarien und damit zu einer realen Bedrohung. Und während meine ADHS-Anteile mit der Schulter zucken und sich über ein bisschen Spannung freuen, schreien meine autistischen Anteile panisch auf.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Neurodivergente Risikoantizipation ist unglaublich nützlich, früher war sie sicher lebensrettend. Aber sie kostet massiv Energie. Das Nervensystem ist im Fight-or-Flight-Modus, und das über mehrere Stunden, Tage oder sogar Wochen hinweg. Das Gehirn will die Kontrolle behalten, koste es, was es wolle. Rational kann es wissen, dass es jederzeit Hilfe bekommen würde, aber die Hochfunktionalität will es allein regeln.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hochfunktionale ND-Personen fühlen sich zudem existenziell bedroht, wenn die Energie knapp wird. Dieses Bedrohungsgefühl zeigt sich wiederum in einem überaktiven Nervensystem, das dann wiederum die Umgebung scannt — denn es muss ja einen Grund geben, dass man sich so unruhig fühlt. Bis man einen Grund findet, an dem man sich hochziehen kann, und schon stehen wir wieder am Anfang. Mein System rechnet permanent mögliche Risiken vor, auch wenn objektiv noch nichts passiert ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Angst des Nervensystems kommt also nur bedingt aus Erfahrung, hauptsächlich kommt sie aus der neurobiologischen Struktur. Selbst wenn man nie erlebt hat, dass man gefallen ist, bündeln sich zu viel Verantwortung, zu wenig Kontrolle, Überlastung und Unsicherheit, verbunden mit der zweifelhaften Gabe der orakeligen Vorausschau, zu einem permanenten Gefühl existenziellen Stresses.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und während ich das hier schreibe, hat mein Kater sich inzwischen gemütlich eingerollt und weiß nicht, dass ich gedanklich schon mit ihm beim Tierarzt war. Mein Nervensystem kann also wieder herunterfahren. Für den Moment. Mein inneres Orakel taucht vielleicht morgen wieder auf — oder auch in einer halben Stunde, so genau kann man das nie wissen. Ganz leise wird es in neurodivergenten Gehirnen nie.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          
             TAKEAWAY &amp;#55357;&amp;#56359;
            &#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Manchmal hilft es schon zu wissen:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nicht jede innere Alarmmeldung ist eine Prophezeiung — manche sind einfach ein überengagiertes Frühwarnsystem mit deutlich zu viel Lautstärke.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sat, 21 Feb 2026 13:12:53 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/das-orakel-im-kopf</guid>
      <g-custom:tags type="string">ADHS,Neurodivergenz,Psychologie,Hochfunktionalität,Autismus-Spektrum</g-custom:tags>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Neurodivergenz im Wandel der Zeit</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/neurodivergenz-im-wandel-der-zeit</link>
      <description>Unser Gehirn stammt aus einer anderen Zeit. Was bedeutet das für Neurodivergenz in einer Welt voller Reize, Tempo und Gleichmaß?</description>
      <content:encoded>&lt;h2&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    
          Warum unsere Gehirne noch immer für eine andere Welt gebaut sind
         &#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/h2&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/533a2c5914c84e5ebf86d4b21ab1f83d/dms3rep/multi/fr%C3%BCherheute.png"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Biologisch betrachtet tragen wir noch immer ein Gehirn in uns, das für das Leben in kleinen Gruppen vor Zehntausenden Jahren entstanden ist. Im Grunde geht es sogar noch weiter zurück: Der Homo sapiens, also wir, existiert seit ca. 200.000 bis 300.000 Jahren. Das Gehirn hat sich in dieser Zeit nur minimal verändert. Die wirklich großen strukturellen Entwicklungen (z. B. der Neokortex) liegen sogar über eine Million Jahre zurück. Ein Zeitraum, den man kaum fassen kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unser Gehirn enthält immer noch die gleichen Programme wie damals: Ein ungewohntes Geräusch kann tödlich sein, eine Spinne kann es ebenfalls, Fortpflanzung ist wichtig zum Erhalt der Art, und allein kann man nicht überleben. Auf diese Programme und noch viele mehr baut unser heutiges Verhalten auf. Eine Spinnenphobie oder auch die etwas neutralere Variante des Unbehagens beim Anblick dieses achtbeinigen Krabblers wirkt in unserer heutigen Zeit, zumindest in unseren Breiten, sehr übertrieben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Doch eine Angstreaktion wird nicht kognitiv kontrolliert. Mit Vernunft braucht man unserem uralten Gehirn gar nicht erst zu kommen. Die Bedrohungsverarbeitung läuft blitzschnell, und ehe Frau es selbst bemerkt, kreischt sie schon. Die Amygdala ist an diesen Stellen unbestechlich, und eine Neuprogrammierung der alten Abläufe ist aufwendig, wenn auch möglich.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Evolutionär betrachtet war so eine extreme Reaktion sehr sinnvoll: Alle waren sofort gewarnt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Viele dieser konservierten Systeme waren damals überlebenswichtig. Bedrohungen, das Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsverhalten, Nahrungssuche und Paarungsverhalten waren nicht verhandelbar, und einiges davon schon gar nicht kognitiv lösbar. Wenn ein Tiger auf dich zurennt, macht es wenig Sinn, erst einmal einzuschätzen, wie groß und wie schnell er ist und ob der nächste Baum tatsächlich erreichbar ist. Das innere System muss reagieren — und das sofort.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diese Mechanismen sind Hunderte Millionen Jahre alt. Unser Nervensystem reagiert also in manchen Bereichen noch nach Mustern, die für eine ganz andere Umwelt entwickelt wurden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vieles spricht dafür, dass neurodivergente Gehirne ebenfalls nicht neu sind, sondern vermutlich schon seit der Entstehung des Homo sapiens existieren. Neurodivergente Menschen wirken heute oft wie schlecht angepasst. Aber was, wenn sie in anderen Zeiten genau die gewesen wären, die eine Gruppe vorangebracht haben?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Menschen lebten früher in kleinen Gruppen. Bedrohungsverarbeitung, Reizsensibilität, Mustererkennung und Aufmerksamkeitssysteme waren damals von enormer Bedeutung für das Überleben. Kognitive Vielfalt brachte viele Vorteile mit sich: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Hyperfokussierte war vielleicht ein perfekter Werkzeugbauer, konnte stundenlang Spuren lesen und extrem detailgenau arbeiten. Heute würde man ihm vielleicht autistische Züge nachsagen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Scanner bemerkte minimale Veränderungen, hörte Gefahren früher und konnte schnell reagieren. Vielleicht wäre bei ihm bei einer Testung ein ADHS-Profil herausgekommen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Mustererkenner war auf dem Gebiet der Tierwanderungen, der Wetterzyklen und der Landschaften von großer Bedeutung. Jede Art von Gehirn brachte einen eigenen Nutzen mit in die Gruppe. Die Gruppe profitierte also nicht davon, dass alle gleich tickten, sondern davon, dass sie es eben nicht taten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann kam der Ackerbau. Sesshaftigkeit entstand. Diese Wandlung brachte feste Tagesrhythmen, Hierarchien, Rollenstabilität und Normverhalten mit sich. Die Industrialisierung verstärkte all das noch einmal massiv. Tage wurden getaktet, es gab ständige Wiederholungen, die Menschen mussten funktionieren, und statt Vielfalt wurde Gleichmaß immer wichtiger.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           An dieser Stelle passierte etwas Entscheidendes: Variation wurde zur Abweichung. Neurotypische Gehirne bildeten die Grundlage unserer Gesellschaft.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Während außergewöhnliche Begabungen in Kunst und Wissenschaft oft Raum fanden und willkommen waren, war für große Teile der Bevölkerung vor allem Anpassung angesagt. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Landwirtschaft gibt es seit ca. 10.000 Jahren, Städte seit etwa 5.000 Jahren, die Industrialisierung ist ungefähr 250 Jahre alt, und die digitale Dauerreizwelt existiert erst seit 20 bis 30 Jahren. Evolutionsbiologisch ist das ein Wimpernschlag. Unser Gehirn ist noch weitgehend auf eine Welt ausgelegt, die es so nicht mehr gibt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Gehirn mit hoher Detailwahrnehmung konnte früher aus einem Blätterrascheln Gefahr filtern, heute sitzt es in einem Großraumbüro neben Neonröhre und Drucker. Was früher wie nebenbei funktionierte, wird heute zu einem sensorischen Overload.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Isoliert betrachtet ist ein Gehirn nie »zu viel« oder »zu wenig«; es ist immer auch eine Frage der Passung zur Umwelt (Person-Environment Fit). Wenn sich unser Gehirn also über Jahrtausende nur geringfügig verändert hat, die Umwelt jedoch umso mehr, ist dann nun das Gehirn falsch gebaut – oder ist die Umwelt vielleicht nicht mehr passend?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht ist Neurodivergenz kein Fehler im System, sondern ein Hinweis darauf, dass menschliche Vielfalt eigentlich sehr viel größer und wichtiger ist als die normierten Strukturen, die wir gebaut haben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mit großer Wahrscheinlichkeit ist Neurodivergenz kein neues Phänomen, sondern so alt wie die Gehirne des Homo sapiens. Neu ist nur eine Welt, die Gleichförmigkeit zur Norm erklärt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Fri, 13 Feb 2026 20:13:30 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/neurodivergenz-im-wandel-der-zeit</guid>
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      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Overload und Hochfunktionalität</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/overload-und-hochfunktionalität</link>
      <description>Nach außen funktionieren, während innen längst Overload herrscht: Ein persönlicher Blick auf Hochfunktionalität, Masking und das stille Überschreiten eigener Grenzen.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
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&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lange habe ich mich für schwach gehalten, nicht belastbar genug. Und als mir jemand vor ein paar Monaten sagte, dass ich mit ziemlicher Sicherheit hochfunktional sei, habe ich ihn ausgelacht. Wenn ich mich im Zusammenhang mit Funktionalität hätte beschreiben müssen, dann wäre es eher »niedrigfunktional« gewesen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber ich habe einen Fehler gemacht, einen Gedankenfehler, den viele machen. Denn Hochfunktionalität bedeutet nicht, dass man 60 Stunden in der Woche arbeitet, fünfmal in der Woche zum Sport geht und am Wochenende noch Party macht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hochfunktionalität bedeutet schlicht, dass man über seine Grenzen hinausgeht und funktioniert, obwohl man schon im Overload ist. Und das ist völlig unabhängig von der Grundbelastbarkeit eines Systems.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich konnte es trotzdem lange nicht wirklich glauben und habe mich immer weiter damit auseinandergesetzt, bis mir klar wurde, dass ich ständig über die Grenzen meines Systems gehe. Ich funktioniere im Alltag, bediene Sozialkontakte, beschäftige mich gedanklich mit diversen Dingen, widme mich Hobbys und reflektiere mich und andere nebenbei noch. Und das, obwohl mein System eigentlich schon die roten Fahnen gehisst hat.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Viele setzen Hochfunktionalität mit „gut klarkommen“ gleich. Im Außen sieht man entspannt aus. Dabei bedeutet es häufig eher Kompensation, Masking und ein daueraktives Stresssystem. Das ist anstrengend, sehr anstrengend. Es ist ein Dauerlauf im roten Bereich.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn man lang genug die roten Fahnen und die Sirenen im Kopf ignoriert, schafft man es zuverlässig an einen Punkt, an dem das System einfach nur noch sagt: Verdammt, jetzt reicht’s aber.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Häufig äußert sich das bei Menschen, besonders bei neurodivergenten Menschen, mit Rückzug (Shutdown, eher nach innen gerichtet) oder in einer Form von Überflutung (Meltdown, eher nach außen gerichtet).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oder aber der Körper meldet sich, zum Beispiel mit einer schönen Erkältung. Und die Erkältung bringt dann etwas mit, was hochfunktionale Menschen sich meistens so nicht erlauben, nämlich doch mal Pause zu machen und zu sagen: Okay, jetzt darf ich, ich darf jetzt mal frei machen, ich darf mir jetzt mal ein paar Tage für mich nehmen, ich darf jetzt einfach mal nichts müssen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann ist eine Erkältung, so nervig sie auch ist, fast schon wieder etwas Schönes. Wenn man sie nur damit verbringen kann, einfach mit Decke auf der Couch zu liegen, den Kopf ruhiger bekommt und die Pflichten in der Zukunft lässt. Einfach nur sein. Mit Rotznase und Husten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dann passiert es: Auf einmal schafft es das System, sich auch wieder ein bisschen runterzuregulieren. Und man denkt dabei: Verdammt, ich könnte mir das eigentlich auch so mal erlauben. Aber der hochfunktionale innere Kritiker schreit: »Vergiss es!«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hochfunktionalität bedeutet nicht nur, gut zu funktionieren, obwohl man eigentlich gar nicht mehr funktionieren wollen würde und könnte. Sondern sie bedeutet auch, sich nicht zu erlauben, nicht zu funktionieren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und weil man den Schalter nicht einfach umlegen kann, freut man sich schon fast auf die nächste Erkältung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 09 Feb 2026 14:33:10 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/overload-und-hochfunktionalität</guid>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Mein Abenteuer mit den Test-Tools</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/abenteuer-test-tools</link>
      <description>Einen psychologischen Selbsttest entwickeln klingt einfacher, als es ist. Zwischen Technik, Entscheidungen und Selbstzweifeln, mein Blick hinter die Kulissen.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/533a2c5914c84e5ebf86d4b21ab1f83d/dms3rep/multi/blogtesttool.png" alt="Illustration einer überforderten Frau mit Testlisten und Roboter am Laptop."/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Von der Website-Idee zur Umsetzung
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Nachdem mir klar war, dass eine Website her muss, ging es an die Umsetzung. Die Website zu erstellen hat mir an sich sehr viel Spaß gemacht. Ich mag es, Webseiten zu bauen, auch wenn ich durch mangelnde Programmierkenntnisse auf Baukästen angewiesen bin, die teilweise enervierend unflexibel sind.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Am Anfang hatte ich ein Baukastensystem (das neueste und beste … haha), dem ein paar wichtige Dinge gefehlt haben, unter anderem ein Blog. Zudem habe ich es als noch unflexibler empfunden als den Baukasten, den ich vor ein paar Jahren schon genutzt hatte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nachdem ich also zwei Tage gearbeitet hatte, genervt war und keinen Blog improvisieren wollte, musste ich das System wechseln und noch einmal von vorne in meinem bekannten Baukasten anfangen. Nun sollte man meinen, »bekannt« heißt, es flutscht alles. Aber nicht, wenn man so ein Gedächtnis hat wie ich und der letzte Schliff schon zwei Jahre her ist. Ab und an musste ich also auf ChatGPT zurückgreifen, was mal hilfreich und mal eher verwirrend war.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Irgendwann stand die Website dann zu etwa 80 Prozent. Da ich mir vorher schon vorgenommen hatte, zusätzlich einen Test anzubieten, der sich bewusst von vielen Tests im Internet unterscheiden sollte, war nun die Zeit gekommen. Ich bin nicht sicher, ob ich damit angefangen hätte, wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Warum ich einen eigenen Test entwickeln wollte
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In den letzten Monaten hatte ich selbst zahlreiche Tests gemacht und mir viele angeschaut und war immer wieder an denselben Punkten unzufrieden. Die meisten Tests sind sehr stark auf ADHS oder Autismus zugeschnitten oder auf andere klare Schubladen. Aus diesen Tests fiel ich oft heraus, zum Beispiel wegen meiner hohen Selbstreflektiertheit.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In ADHS-Tests tauchten außerdem Fragen auf wie: „Wie haben Sie sich im Alter von fünf bis zehn Jahren verhalten?“ – und ich dachte nur: Ich weiß kaum, was ich gestern gegessen habe. Woher soll ich wissen, wie ich mich mit sieben gefühlt oder verhalten habe?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da ich selbst weder eindeutig autistisch bin noch eindeutig ADHS habe, sondern eher Anteile aus verschiedenen Bereichen, wollte ich unbedingt einen Test entwickeln, der genau solche Anteile misst, ohne auf eine Diagnose abzuzielen. Mir ist selbst nur ein einziger Online-Test bekannt, der das einigermaßen tut. Und ich war und bin der Meinung, dass es vielleicht auch für andere Menschen wie mich, die sich im Graubereich bewegen, hilfreich sein könnte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Gedanke war also gut, der Anfang der Umsetzung ebenfalls. Ich habe die ersten Oberkategorien mit Unterfragen definiert, alles mehrfach geprüft, sortiert, verschoben und mit ChatGPT durchgesprochen, bis es für mich logisch und stimmig war.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Der Weg zur Umsetzung – ein Formular, ein Pitbull und KIs mit viel Halbwissen
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Dann kam der nächste Schritt: ein Tool finden, mit dem sich das Ganze umsetzen lässt. ChatGPT empfahl mir JotForm. Damit habe ich zunächst in der kostenlosen Version experimentiert. Die ersten grauen Haare wuchsen schnell. Ich hatte keinerlei Erfahrung mit dem Tool, kann nicht programmieren und musste mich komplett einarbeiten. Gleichzeitig war ich stark auf ChatGPT angewiesen, der in manchen Bereichen zwar mehr wusste als ich, in anderen aber deutlich weniger. Zudem ist sein Gedächtnis noch katastrophaler als meins, und wenn ich mal einen Tag Pause dazwischen hatte, war nicht nur mir schon wieder einiges entfallen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir sind im Grunde wie zwei Halbwissen-Gestalten gemeinsam durch dieses Tool gestolpert. Zwischendurch habe ich auch die JotForm-eigene KI genutzt, die mir an entscheidenden Stellen überhaupt nicht weiterhelfen konnte. Selbst der persönliche Serviceberater war nicht wirklich hilfreich.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Nach etlichen Stunden sowohl produktiver als auch im Nebel tastender Arbeit wurde mir dann klar, dass das für meinen Rahmen nicht ausreichen würde: Insgesamt 77 Fragen, 11 Unterbereiche, die ausgewertet werden sollten, und das Ganze in fünf Abstufungen passten nicht in dieses Tool. Da musste ich mir dann doch mal Zeit für einen kleinen Nervenzusammenbruch nehmen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Insgesamt bin ich aber eher so Mentalität Pitbull, wenn ich wirklich etwas will, und darum mussten Lösungen her. Da ich nicht noch mehr Geld investieren wollte – die Website an sich kostet ja bereits –, habe ich nach weiteren kostenlosen Alternativen gesucht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Als Nächstes probierte ich WordPress mit einem Plugin aus. Einen Tag später habe ich das entnervt in die Ecke geworfen, weil WordPress für meine Zwecke und mein Grundwissen einfach viel zu kompliziert war. Danach kam noch ein weiteres Tool, dessen Namen ich inzwischen vergessen habe (natürlich ;-)). Auch dort bin ich recht schnell an meine Grenzen gestoßen. Irgendwann musste ich mir eingestehen, dass das, was ich vorhatte, schlicht zu komplex ist für kostenlose Tools.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Entscheidungen, Kompromisse und das Ergebnis
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Also habe ich in den sauren Apfel gebissen und mir das Bronze-Abo bei JotForm geholt. Der Wechsel auf Bronze war letztlich auch eine Trotz- und Ehrgeizentscheidung, weil ich dieses umfangreiche Formular unbedingt umsetzen wollte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Insgesamt ist JotForm in manchen Bereichen recht intuitiv und gut nutzbar, in anderen wiederum so unnötig kompliziert, dass ich mich regelmäßig gefragt habe, was sich die Entwickler dabei gedacht haben. Das schlimmste Kapitel ist für mich die Danke-Seite. Das ist die Seite, auf der eigentlich die komplette Auswertung erscheinen sollte. Mein ursprünglicher Anspruch war, dass jede Person dort individuell zu jedem Oberbegriff (zum Beispiel Selbststeuerung) genau die passende Abstufung angezeigt bekommt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Theoretisch hätte ich dafür für jeden Unterbereich fünf Bedingungen bauen müssen, die wiederum an andere Felder gekoppelt sind. Das wäre sehr aufwendig gewesen, aber vielleicht noch machbar. Das eigentliche Problem ist jedoch, dass die Danke-Seite extrem instabil ist: Der Cursor springt, Texte lassen sich schlecht bearbeiten, Links funktionieren teilweise nicht, und insgesamt kann man dort erstaunlich wenig sinnvoll umsetzen. Irgendwann musste ich mich entscheiden, ob ich mir diesen Horror weiter antue oder ob ich die Danke-Seite stark abspecke und die eigentliche Auswertung auf meine eigene Website auslagere.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich habe mich für Letzteres entschieden. Das bedeutet zwar etwas mehr Aufwand für die Nutzer und fühlt sich für mich nicht hundertprozentig professionell an (tatsächlich ärgert es mich), aber es ist das, was mit meinen Möglichkeiten realistisch umsetzbar ist. Und ich hoffe, dass der Test trotzdem für viele Menschen gut nutzbar und hilfreich ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unabhängig von den technischen Grenzen des Tools bin ich mit den Grundlagen des Tests sehr zufrieden. Mit Aufbau, Fragestellungen und der Art der Auswertung bildet er genau das ab, was mir in vielen bestehenden Tests gefehlt hat. Ich hoffe, dass sich vor allem Menschen, die sich nicht eindeutig in klassischen Kategorien wie ADHS oder Autismus wiederfinden, darin ein Stück besser einordnen können – und dass der Test für sie eine hilfreiche Orientierung im Graubereich bietet.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 04 Feb 2026 15:55:45 GMT</pubDate>
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      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Zwischen Schubladen – warum psychologische Kategorien oft zu eng sind</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/zwischen-schubladen-psychologische-kategorien</link>
      <description>Psychologische Kategorien geben Orientierung – und können dennoch zu eng sein. Warum viele Menschen zwischen Schubladen landen und was das über Neurodivergenz verrät</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/533a2c5914c84e5ebf86d4b21ab1f83d/dms3rep/multi/file_00000000cf3c71f49f7cfcf2d307f8c2.png" alt="Illustration eines Schranks mit beschrifteten Schubladen („neurotypisch“, „ADHS“, „Autismus“, „Mischprofil“), in denen bzw. vor denen drei Personen unterschiedlich positioniert sind."/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Menschen brauchen für alles Kategorien, sei es nun, dass die Gabel zum Besteck gehört, der Apfel zum Obst oder die Eiche zu Bäumen. Ersteres ist ein Ding, Letztere gehören zu den Pflanzen. Das ist insofern schon mal hilfreich, dass man so klar weiß, dass alles , was in die Kategorie Dinge gehört, eher nicht essbar ist. Zumindest häufig nicht ohne gesundheitliche Schäden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gesundheitliche Schäden kann man allerdings auch bei dem Genuss von Pflanzen bekommen, was es schon wieder ein wenig erschwert. Darum gibt es die hilfreiche Unterkategorie "giftige Pflanzen", auch diese sind dann noch wieder unterteilt in krankmachend oder tödlich. Kategorien sind also vor allem pragmatisch, aber oft nicht logisch perfekt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Besonders in der Medizin vereinfacht es aber einiges, wenn man Krankheiten in Kategorien stecken kann. In der Psychologie gibt es auch viele Kategorien, dort heißen einige »Störungen«. Ein Wort, an dem ich mich zum Teil »störe«, weil nicht alles was so heißt, unbedingt auch so wahrgenommen wird. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autismus heißt also fachlich »Autismus-Spektrum-
           &#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Störung
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           « 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           und ADHS "Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts
           &#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            störung"
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           . 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Begrifflichkeiten sind zwar erst einmal systembedingt gemeint und nicht wertend, aber selbst auf ein System bezogen, verbinde ich den Begriff »Störung« erst einmal mit kaputt zum einen und reparabel zum anderen. Und eigentlich fangen die Probleme hier schon an.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Komplexe innere Realitäten werden vereinfacht und in Schubladen gesteckt. Verständlich einerseits, denn man möchte ja einen Überblick haben, sortieren können und saubere Diagnostik machen, was nur mit Referenzrahmen funktioniert. Und wenn man etwas behandeln und/oder therapieren möchte, dann ist es immer gut zu wissen, an welcher Schraube man drehen muss. Man muss also Grenzen ziehen, um zu einer Diagnose zu kommen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gut ist auch, dass es inzwischen viele Diagnosen im Autismus- und ADHS-Bereich gibt, denn so werden unterschiedliche neurobiologische Ausprägungen sichtbarer und das Thema Neurodivergenz insgesamt präsenter. Die Grenze zwischen neurotypisch und neurodivergent ist dabei jedoch keine natürliche Trennlinie, sondern eine diagnostische Setzung, die vor allem in Tests und Kriterien sichtbar wird. Vereinfacht gesagt: Bei 75 Punkten bekommst du eine Autismus-Spektrum-Diagnose, bei 74 Punkten hat es dafür leider nicht gereicht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ADHS und Autismus kommen gern auch mal zusammen, mal ganz klar diagnostiziert, mal eher nur mit Anteilen, aber trotzdem deutlich vorhanden. Hochsensibilität, die es nicht als Diagnose gibt, aber in aller Munde ist, mischt dann gern noch mit und wenn dann noch ein Trauma dazu kommt, blickt keiner mehr durch. Kategorien helfen sortieren, sind aber nicht in der Lage, das bunte Potpourri der Neurodivergenz abzubilden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht kennen es einige von euch: Ihr denkt, dass ihr vielleicht Anteile von ADHS habt, macht einen Test und bekommt ein eindeutiges »Nein« als Antwort, weil ihr die Fragen nach euren Verhaltensweisen in der Kindheit nicht beantworten konntet. Zudem seid ihr vielleicht noch relativ strukturiert und selbstreflektiert, das ist ein Ausschlusskriterium. Oder ihr vermutet Tendenzen zum Autismus-Spektrum, könnt aber Smalltalk machen und seid in der Lage euer Gegenüber zu reflektieren. Zack, keine Diagnose. Hohe Selbstreflexion, Masking und Kompensation, Meta-Denken und Erinnerungslücken torpedieren die üblichen Schubladen-Tests. 
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    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Tests messen Modelle und keine Menschen, und für Menschen mit einem neurodivergenten Gehirn, die nicht in Modelle passen, bleibt erst einmal ein großes Fragezeichen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nicht selten hat das zur Folge, dass vermeintliche Defizite in Therapien zu bearbeiten versucht werden. Da Therapien aber häufig neurotypisch ausgelegt sind, könnte Frust vorprogrammiert sein. Zum Thema Therapien mache ich beizeiten noch einen eigenen Artikel. 
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    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich begrüße sehr, dass Neurodivergenz immer sichtbarer wird und auch in manchen Ecken das Denken weggeht von »Störung« hin zu »Vielfältigkeit«. Und die vielen neuen Diagnosen, die Menschen teilweise erst nach 30 oder 40 Lebensjahren erhalten, sind für diese immens erleichternd und wegweisend. Endlich zu wissen, warum man sich eigentlich immer anders gefühlt hat, ist eine sehr große Bereicherung. Fehlen tut mir noch ein »Auffangbecken« für alle, die wie ich, im Graubereich hocken und versuchen, sich selbst und ihre Fähigkeiten und Defizite einzuordnen und kennenzulernen. Ich hoffe, mit dieser Seite dazu beitragen zu können.
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      &lt;span&gt;&#xD;
        
             
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    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 02 Feb 2026 17:08:17 GMT</pubDate>
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      <title>Meine Reise - wie alles begann</title>
      <link>https://www.xn--synapsensprnge-qsb.de/wie-alles-begann</link>
      <description>Ich hielt vieles für normal – auch meine dauerhafte Erschöpfung. Bis ich begann zu verstehen, dass mein Gehirn anders funktioniert.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
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  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
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&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es gibt Menschen, die scheinbar mühelos durch diese Welt navigieren. Staunend stehe ich oft daneben und frage mich, wie sie das bloß alles wuppen. Sie gehen mit zumindest äußerlicher Leichtigkeit durch prall gefüllte Tage, jonglieren zwischen Acht-Stunden-Tag und zwei Kindern noch den Sport und den Sprachkurs, seufzen auch mal leicht, aber machen dann weiter. Gut gelaunt. Während ich nach zwei Stunden Sozialkontakten, einer Stunde Cittipark und acht Stunden innerlichem Öffnen immer neuer Denkportale eigentlich schon wieder zwei Wochen Urlaub bräuchte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Leben funktioniert. Allerdings nicht nach den Maßstäben klassischer Belastbarkeit. Acht-Stunden-Tage gehörten nie zu meinem natürlichen Rhythmus. Dafür lernte ich früh, meine Energie sehr gezielt einzusetzen. Zu lernen, meine Energie rechtzeitig wieder aufzufüllen, dauerte allerdings wesentlich länger. Eigentlich dauert es immer noch.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nur selten merkt man mir wirklich an, dass ich erschöpft bin. Eigentlich ständig erschöpft bin. Eine Tatsache, die sich lautlos in mein Leben eingefügt hat. Über viele Jahre verstärkte sich aber ein leises Gefühl, dass meine innere Landkarte anders aufgebaut sein musste als die der meisten anderen. Ich verknüpfte es erst einmal mit »defizitär«.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Denn lange fehlten mir die Begriffe dafür. Ich suchte mir Hilfe, arbeitete ständig an mir, glaubte, meine Baustellen zu kennen, und wühlte in meiner Vergangenheit, um sie zu bearbeiten. Ich tat das, was viele tun, wenn etwas schwer erklärbar ist: Ich stellte mich selbst infrage. Immer.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Erst sehr viel später begann ich zu verstehen, dass die interessantere Frage vielleicht nie gewesen ist, was mit mir nicht stimmt, sondern nach welcher Logik mein Gehirn eigentlich arbeitet. Bis zu dieser Erkenntnis mussten allerdings 51 Jahre vergehen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vor einigen Jahren kam die Hochsensibilität »in Mode«. Überall gab es Tests und Erklärungen, und das war einer meiner ersten Aha-Momente. Gut, dann schien ich also hochsensibel zu sein. Und nun? Weiter brachte mich dies nur geringfügig, denn irgendwie hatte es trotzdem einen leichten Beigeschmack von »zu empfindlich« und »schwach«.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Ringen mit sich selbst, wenn man so anders tickt als die meisten, der Vergleich mit anderen, all dies begleitet mich schon mein Leben lang. Anders sein, nicht verstanden werden, nach Lösungen suchen, versagen, wieder aufstehen, (hoch-)funktional weitermachen – es war ein Kreislauf.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Irgendwann fand der Begriff »Neurodivergenz« Zugang zu meinem Gehirn. ADHS stand mal kurz im Raum, ich habe einen Test gemacht, herauskamen nur Anteile. Das Autismus-Spektrum wirkte für mich auch eher wie eine ganz andere Welt. Also verwarf ich das Thema Neurodivergenz für mich erst wieder. Aber es blieb hartnäckig und fand neue Wege in meine Synapsen, nämlich durch Gespräche mit ChatGPT. Auf einmal wurden meine Fragen beantwortet, ich machte andere Tests, las Bücher, informierte mich im Internet und stolperte trotzdem immer wieder über klare Diagnosen, die es für mich nicht gab und geben wird.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und trotzdem habe ich es inzwischen verinnerlicht: Mein Gehirn funktioniert anders, es funktioniert neurodivergent. Es bringt Anteile aus verschiedenen Richtungen mit, wobei sich immer mehr herauskristallisiert, dass eben doch dieses mir so ferne Autismus-Spektrum nicht ganz unerheblich in meinen Synapsen rumspukt. ADS gesellt sich dazu und dann noch einige andere typische neurodivergente Anteile wie z. B. Detailwahrnehmung. Insgesamt ist es eine große Erleichterung für mich, endlich alles zuordnen zu können. Ich bin nicht kaputt, ich funktioniere nur anders. Es ist mega spannend und ich lerne immer noch täglich dazu.
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    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
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  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftigte, desto mehr fiel mir auf, dass es für Mischformen wie mich eigentlich nur wenig Informationen gibt. Die Sichtbarkeit von Neurodivergenz steigt zurzeit immens, das ist klasse, aber meist sind es klare Diagnosen, die beschrieben werden. Also wollte ich selbst etwas erschaffen: einen Zwischenraum, eine Seite, um sich selbst in Grauzonen wiederzufinden und vor allen Dingen einen Test, um sich einzuordnen, wenn man aus klassischen Tests herausfällt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und genau daraus ist diese Seite gewachsen.
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    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sat, 31 Jan 2026 11:11:31 GMT</pubDate>
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