Meine Reise in die Neurodivergenz





Stell dir vor, du bist ein Pinguin.

Aufgewachsen bist du unter Vögeln in einem schönen Wald. Dein Leben lang sahst du den anderen Vögeln dabei zu, wie sie von Ast zu Ast hüpften und sich majestätisch in den Himmel erhoben. Du sahst sie hübsche Nester bauen und ihre Jungen aufziehen. Immer wieder kamen dir Zweifel, ob du wirklich an diesen Ort gehörst.

Du versuchtest zu fliegen, doch deine Flügel wollten dich nicht tragen. Du versuchtest zu klettern, doch deine Füße bekamen keinen Halt. Körner und Beeren schmeckten dir nur so leidlich und irgendwie fühltest du dich immer ein wenig außerhalb.
Die meisten waren nett zu dir. Eigentlich ging es dir gut, außer wenn du zum wiederholten Mal aufgefordert wurdest zu fliegen. Dann nagte etwas an dir, du fühltest dich unfähig, nicht zugehörig.


Eines Tages kam eine Möwe in dem Wald vorbei und betrachtete dich interessiert. Sie fragte dich, was du hier machst, sie habe Vögel wie dich schon gesehen, aber sie lebten am Meer, weit weg, dort wo es sehr kalt ist. Du fragtest der Möwe Löcher in den Bauch: "Wo? Wer? Wie viele? Was können sie? Wie leben sie?"

Und die Möwe antwortete dir geduldig, wusste aber nicht viel, außer dass du hier in dem schönen Wald eher fehl am Platz seist.


Die Neugier in dir siegte und du machtest dich auf den Weg. Er war weit, anstrengend und oft zweifeltest du an deinem Ziel. Aber eines Tages tauchte in weiter Ferne das blaue Meer auf. Dein watschelnder Gang wurde schneller, die Vorfreude wuchs und endlich sahst du sie: viele deiner Art. Sie standen in Gruppen, du hörtest ihre Sprache, die dir noch völlig unbekannt und trotzdem vertraut vorkam. Doch sie begrüßten dich freundlich, nahmen dich auf und als deine Füße das erste Mal das kalte Wasser berührten, durchfuhr dich ein Stromschlag. Ohne zu zögern ließt du dich ins Wasser fallen und tauchtest hinab in die dunklen Tiefen des Meeres. Du saustest durch das Wasser, als ob du nie etwas anderes getan hättest. Endlich konntest du dich bewegen, wie es dir bestimmt war. Du warst angekommen, in deinem Element.



Ich bin ein Pinguin. Schon immer, auch wenn ich es noch nicht lange weiß. Ich bleibe ich und doch ändert sich zur Zeit alles. Wenn du möchtest, nehme ich dich mit auf meine Reise durch die Neurodivergenz. Ich teile mein Wissen mit dir, lasse dich teilhaben an meinen Erfahrungen und Zweifeln, Aha-Erlebnissen und Rückschlägen. Vielleicht erkennst du in dir auch einen Pinguin, wer weiß?




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