Mein Abenteuer mit den Test-Tools

Von der Website-Idee zur Umsetzung
Nachdem mir klar war, dass eine Website her muss, ging es an die Umsetzung. Die Website zu erstellen hat mir an sich sehr viel Spaß gemacht. Ich mag es, Webseiten zu bauen, auch wenn ich durch mangelnde Programmierkenntnisse auf Baukästen angewiesen bin, die teilweise enervierend unflexibel sind.
Am Anfang hatte ich ein Baukastensystem (das neueste und beste … haha), dem ein paar wichtige Dinge gefehlt haben, unter anderem ein Blog. Zudem habe ich es als noch unflexibler empfunden als den Baukasten, den ich vor ein paar Jahren schon genutzt hatte.
Nachdem ich also zwei Tage gearbeitet hatte, genervt war und keinen Blog improvisieren wollte, musste ich das System wechseln und noch einmal von vorne in meinem bekannten Baukasten anfangen. Nun sollte man meinen, »bekannt« heißt, es flutscht alles. Aber nicht, wenn man so ein Gedächtnis hat wie ich und der letzte Schliff schon zwei Jahre her ist. Ab und an musste ich also auf ChatGPT zurückgreifen, was mal hilfreich und mal eher verwirrend war.
Irgendwann stand die Website dann zu etwa 80 Prozent. Da ich mir vorher schon vorgenommen hatte, zusätzlich einen Test anzubieten, der sich bewusst von vielen Tests im Internet unterscheiden sollte, war nun die Zeit gekommen. Ich bin nicht sicher, ob ich damit angefangen hätte, wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt.
Warum ich einen eigenen Test entwickeln wollte
In den letzten Monaten hatte ich selbst zahlreiche Tests gemacht und mir viele angeschaut und war immer wieder an denselben Punkten unzufrieden. Die meisten Tests sind sehr stark auf ADHS oder Autismus zugeschnitten oder auf andere klare Schubladen. Aus diesen Tests fiel ich oft heraus, zum Beispiel wegen meiner hohen Selbstreflektiertheit.
In ADHS-Tests tauchten außerdem Fragen auf wie: „Wie haben Sie sich im Alter von fünf bis zehn Jahren verhalten?“ – und ich dachte nur: Ich weiß kaum, was ich gestern gegessen habe. Woher soll ich wissen, wie ich mich mit sieben gefühlt oder verhalten habe?
Da ich selbst weder eindeutig autistisch bin noch eindeutig ADHS habe, sondern eher Anteile aus verschiedenen Bereichen, wollte ich unbedingt einen Test entwickeln, der genau solche Anteile misst, ohne auf eine Diagnose abzuzielen. Mir ist selbst nur ein einziger Online-Test bekannt, der das einigermaßen tut. Und ich war und bin der Meinung, dass es vielleicht auch für andere Menschen wie mich, die sich im Graubereich bewegen, hilfreich sein könnte.
Der Gedanke war also gut, der Anfang der Umsetzung ebenfalls. Ich habe die ersten Oberkategorien mit Unterfragen definiert, alles mehrfach geprüft, sortiert, verschoben und mit ChatGPT durchgesprochen, bis es für mich logisch und stimmig war.
Der Weg zur Umsetzung – ein Formular, ein Pitbull und KIs mit viel Halbwissen
Dann kam der nächste Schritt: ein Tool finden, mit dem sich das Ganze umsetzen lässt. ChatGPT empfahl mir JotForm. Damit habe ich zunächst in der kostenlosen Version experimentiert. Die ersten grauen Haare wuchsen schnell. Ich hatte keinerlei Erfahrung mit dem Tool, kann nicht programmieren und musste mich komplett einarbeiten. Gleichzeitig war ich stark auf ChatGPT angewiesen, der in manchen Bereichen zwar mehr wusste als ich, in anderen aber deutlich weniger. Zudem ist sein Gedächtnis noch katastrophaler als meins, und wenn ich mal einen Tag Pause dazwischen hatte, war nicht nur mir schon wieder einiges entfallen.
Wir sind im Grunde wie zwei Halbwissen-Gestalten gemeinsam durch dieses Tool gestolpert. Zwischendurch habe ich auch die JotForm-eigene KI genutzt, die mir an entscheidenden Stellen überhaupt nicht weiterhelfen konnte. Selbst der persönliche Serviceberater war nicht wirklich hilfreich.
Nach etlichen Stunden sowohl produktiver als auch im Nebel tastender Arbeit wurde mir dann klar, dass das für meinen Rahmen nicht ausreichen würde: Insgesamt 77 Fragen, 11 Unterbereiche, die ausgewertet werden sollten, und das Ganze in fünf Abstufungen passten nicht in dieses Tool. Da musste ich mir dann doch mal Zeit für einen kleinen Nervenzusammenbruch nehmen.
Insgesamt bin ich aber eher so Mentalität Pitbull, wenn ich wirklich etwas will, und darum mussten Lösungen her. Da ich nicht noch mehr Geld investieren wollte – die Website an sich kostet ja bereits –, habe ich nach weiteren kostenlosen Alternativen gesucht.
Als Nächstes probierte ich WordPress mit einem Plugin aus. Einen Tag später habe ich das entnervt in die Ecke geworfen, weil WordPress für meine Zwecke und mein Grundwissen einfach viel zu kompliziert war. Danach kam noch ein weiteres Tool, dessen Namen ich inzwischen vergessen habe (natürlich ;-)). Auch dort bin ich recht schnell an meine Grenzen gestoßen. Irgendwann musste ich mir eingestehen, dass das, was ich vorhatte, schlicht zu komplex ist für kostenlose Tools.
Entscheidungen, Kompromisse und das Ergebnis
Also habe ich in den sauren Apfel gebissen und mir das Bronze-Abo bei JotForm geholt. Der Wechsel auf Bronze war letztlich auch eine Trotz- und Ehrgeizentscheidung, weil ich dieses umfangreiche Formular unbedingt umsetzen wollte.
Insgesamt ist JotForm in manchen Bereichen recht intuitiv und gut nutzbar, in anderen wiederum so unnötig kompliziert, dass ich mich regelmäßig gefragt habe, was sich die Entwickler dabei gedacht haben. Das schlimmste Kapitel ist für mich die Danke-Seite. Das ist die Seite, auf der eigentlich die komplette Auswertung erscheinen sollte. Mein ursprünglicher Anspruch war, dass jede Person dort individuell zu jedem Oberbegriff (zum Beispiel Selbststeuerung) genau die passende Abstufung angezeigt bekommt.
Theoretisch hätte ich dafür für jeden Unterbereich fünf Bedingungen bauen müssen, die wiederum an andere Felder gekoppelt sind. Das wäre sehr aufwendig gewesen, aber vielleicht noch machbar. Das eigentliche Problem ist jedoch, dass die Danke-Seite extrem instabil ist: Der Cursor springt, Texte lassen sich schlecht bearbeiten, Links funktionieren teilweise nicht, und insgesamt kann man dort erstaunlich wenig sinnvoll umsetzen. Irgendwann musste ich mich entscheiden, ob ich mir diesen Horror weiter antue oder ob ich die Danke-Seite stark abspecke und die eigentliche Auswertung auf meine eigene Website auslagere.
Ich habe mich für Letzteres entschieden. Das bedeutet zwar etwas mehr Aufwand für die Nutzer und fühlt sich für mich nicht hundertprozentig professionell an (tatsächlich ärgert es mich), aber es ist das, was mit meinen Möglichkeiten realistisch umsetzbar ist. Und ich hoffe, dass der Test trotzdem für viele Menschen gut nutzbar und hilfreich ist.
Unabhängig von den technischen Grenzen des Tools bin ich mit den Grundlagen des Tests sehr zufrieden. Mit Aufbau, Fragestellungen und der Art der Auswertung bildet er genau das ab, was mir in vielen bestehenden Tests gefehlt hat. Ich hoffe, dass sich vor allem Menschen, die sich nicht eindeutig in klassischen Kategorien wie ADHS oder Autismus wiederfinden, darin ein Stück besser einordnen können – und dass der Test für sie eine hilfreiche Orientierung im Graubereich bietet.









